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«Klang und Stille gehören zusammen»

Im Leben und Wirken von Huldrych Zwingli haben Klang und Stille eine wichtige Rolle gespielt. Dies wurde am Vortrag in der Propstei deutlich.
Adi Lippuner
Der Pfarrer vom Zürcher Grossmünster, Christoph Sigrist (links), mit einer in der Klangschmiede geschaffenen Schelle und der Musiker und Komponist Peter Roth. (Bild: Adi Lippuner)

Der Pfarrer vom Zürcher Grossmünster, Christoph Sigrist (links), mit einer in der Klangschmiede geschaffenen Schelle und der Musiker und Komponist Peter Roth. (Bild: Adi Lippuner)

Auf Einladung der Zwinglianischen Gesellschaft und der Bibliothek Nesslau standen am Donnerstagabend Musik und Worte zum Leben und Wirken und der Einfluss auf die Reformation von Huldrych Zwingli auf dem Programm. Gegen 150 Personen kamen in die Propstei und wollten hören, was Pfarrer Christoph Sigrist vom Grossmünster in Zürich zu sagen hatte.

Für Peter Roth, der den Abend musikalisch bereicherte, ist klar, dass Klang und Stille zu allen spirituellen Ritualen gehören. Christoph Sigrist vertritt die Ansicht, dass aus der Stille der Glaube wächst. «Dies sind aber nicht neue Überzeugungen, schon Huldrych Zwingli wusste dies», so der in Zürich tätige Pfarrer. Dass Sigrist heute in den gleichen Mauern wirken kann, wie dies seinerzeit im 16. Jahrhundert der berühmte Reformator tat, erfülle ihn täglich mit Ehrfurcht. Und so verwundert es auch nicht, dass er sich intensiv mit Zwinglis Leben und Wirken befasste.

Die drei «Zwingli»-Prinzipien

In seinem Vortrag ging der Pfarrer vom Grossmünster auf drei Zwingli-Prinzipien ein. Da war einmal die Reduktion auf die Leere in Räumen. Zwingli hat das Grossmünster von seiner ganzen Pracht, von den Altären und sakralen Gegenständen leeren lassen, «und aus dieser Leere entstanden Stille und Glauben». Sigrist plädiert dafür, dass öffentliche Räume leer sein sollten.

Ein weiteres Prinzip des Reformators ist die Inspiration. «Christus ist präsent, er ist immer da und deshalb sollte eine Predigt nicht ein Monolog, sondern dialogisch sein. Genau dies hat Zwingli meisterhaft beherrscht, die Zuhörenden fühlten sich direkt angesprochen und deshalb war das Grossmünster auch immer bis auf den letzten Platz gefüllt.»

Beim dritten Prinzip ging es um die gesellschaftspolitische Theologie. «Für Zwingli gab es nur eine Welt und darin hatten sowohl göttliche als auch menschliche Anliegen ihren Platz.» Zwingli sei vom pazifistischen und freiheitsliebenden Denken getrieben worden. «Im Spiegel der göttlichen Gerechtigkeit wollte er, dass es allen Menschen gut geht. Deshalb schuf er zur Bekämpfung der Armut die Almosenordnung. Diese bildete später die Grundlage für die spätere Altersvorsorge, also die AHV, wie wir sie heute kennen.»

Statt zuhören gemeinsam singen

Wenn Peter Roth in die Tasten des Flügels greift, wenn er sein Hackbrett zum Klingen bringt oder ein Lied anstimmt, ist ihm die Aufmerksamkeit des Publikums gewiss. Mit der Überarbeitung des von Huldrych Zwingli komponierten Liedes «Herr, nun selbst den Wagen halt», brachte er Christoph Sigrist, dem er dieses Werk widmete, zum Staunen. Aber auch gemeinsames Singen mit den Anwesenden – und zwar einen Blues, wie er sonst in amerikanischen Gottesdiensten gesungen wird – weckte Begeisterung.

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