KIRCHBERG: Informationen aus erster Hand

Die FDP-Kantonsräte Imelda Stadler und Kilian Looser sprachen am ­Sessionstreff über die Fachhochschule, die Pensionskasse und den Bergbahnenstreit.

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Die beiden Toggenburger FDP-Kantonsräte Kilian Looser und Imelda Stadler informierten in Kirchberg über den Verlauf der Septembersession im St. Galler Parlament. (Bild: PD)

Die beiden Toggenburger FDP-Kantonsräte Kilian Looser und Imelda Stadler informierten in Kirchberg über den Verlauf der Septembersession im St. Galler Parlament. (Bild: PD)

Jeweils am Montag nach der Kantonsratssession laden die Toggenburger FDP-Kantonsräte zum Sessionstreff ein. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger eine gute Gelegenheit, sich aus erster Hand über die St. Galler Politik zu informieren. Während die nackten Fakten jeweils in den Medien nachzulesen sind, wird am Sessionstreff auch mal der Weg zu einem Beschluss beleuchtet oder aufgezeigt, wie persön­liche Animositäten eine Rolle spielen können.

Fachhochschule: St. Gallen im Lead

Imelda Stadler und Kilian Looser luden vergangenen Montag in den «Toggenburgerhof» in Kirchberg ein. Die beiden Politiker der FDP blickten auf eine intensive Session mit vielen Geschäften ­zurück. Eröffnet wurde der Abend mit der Fachhochschule (FH) Ostschweiz. Die Ostschweizer Fachhochschulen sind zum Handeln gezwungen, wollen sie die Akkreditierung durch den Bund wieder erhalten. Die Zeit dränge, zeigte Kantonsrätin Imelda Stadler auf. Die FDP setze sich ein für eine starke FH Ostschweiz und sehe den Kanton St. Gallen im Lead. Dabei dürften aber die Nachbarkantone und das Fürstentum Lichtenstein nicht überfahren werden.

Das nächste Geschäft betraf die St. Galler Pensionskasse, welche per Ende 2016 einen Deckungsgrad von lediglich 92,4 Prozent aufweist. Hier zeichnet sich zum Vorschlag von FDP und CVP, eine Einmaleinlage von 128 Millionen Franken zu tätigen, eine Volks­abstimmung ab.

Noch zweifelt Kantonsrat ­Kilian Looser an der Zustimmung durch das Volk. Ebenfalls vors Volk komme der Beschluss zu Umbau und Erneuerung des Theaters St. Gallen, dies aufgrund eines Ratsreferendums. Beim Verbot zur Gesichtsverhüllung (Burkaverbot) zeigten sowohl Imelda Stadler als auch ­Kilian Looser ein gewisses Verständnis für das Anliegen. Die beiden Kantonsräte übten jedoch Kritik an der Umsetzung, denn der Gesetzesentwurf werde so kaum umsetzbar sein. Zudem werde in Kürze wohl über ein ­nationales Verbot zur Gesichtsverhüllung abgestimmt.

Klangwelt und Bergbahnenstreit

Die grösste Diskussion in der Runde in Kirchberg lösten die Themen Klangwelt und der Streit der Obertoggenburger Berg­bahnen aus. Beide Geschäfte ­waren nicht unmittelbar Thema in der Kantonsratssession, sind jedoch brandaktuell. Der Regierungsrat hat zudem bei beiden Themen die Verantwortung an die Klangwelt respektive die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann delegiert, was nicht nur goutiert wurde. Die Teilnehmenden am Sessionstreff waren sich einig, dass im Toggenburg wieder mehr Einigkeit herrschen müsse, damit die Region nicht ernsthaft Schaden nehme von den aktuellen Diskussionen.

Ein gemeinsames Bergbahnticket sei existenziell und eine ­Fusion der beiden Bahnen wohl unumgänglich, wobei die Politik aber nicht alles bestimmen könne.

In der gemütlichen Runde im Restaurant im Anschluss an den Sessionstreff gingen die Diskussionen weiter. Nebst der kantonalen Politik interessierten da auch die nationale und inter­nationale Politik. Das vergangene Abstimmungswochenende mit dem FDP-Abstimmungserfolg sowie die Wahlen in Deutschland gaben schliesslich viel Diskussionsstoff her. (pd)