Kinder im Bann der Technik

Zum neunten Mal dürfen interessierte Kinder und Jugendliche im Rahmen des Jugendtechnikums an Vorlesungen in der NTB teilnehmen. Gestern fand der erste Anlass statt.

Corinne Hanselmann
Merken
Drucken
Teilen
Interessiert folgten die Kinder der Vorlesung über Physik und dem Versuch mit Flüssigstickstoff. (Bild: Corinne Hanselmann)

Interessiert folgten die Kinder der Vorlesung über Physik und dem Versuch mit Flüssigstickstoff. (Bild: Corinne Hanselmann)

BUCHS. «Kinder, die sich für Naturwissenschaft und Technik interessieren, nehmen aus eigener Motivation an unseren Vorlesungen teil», so Jürg Mäder, Schulleiter der Scuola Vivante und Initiator des Jugendtechnikums. Es freut ihn deshalb ganz besonders, dass in diesem Jahr ein Grossteil der rund 250 Teilnehmer «Einzelanmeldungen» sind und die Kinder nicht im Rahmen eines Schulausflugs als Klasse an die Vorlesungen gehen «müssen», sondern aus eigenem Antrieb und gerne kommen.

Von Beginn weg viel Interesse

Vor neun Jahren legte das Jugendtechnikum einen fulminanten Start hin. Mäder hatte die Idee, ein Angebot für Kinder mit besonderen Interessen zu schaffen und ihnen Physik, Chemie, Mathematik und Informatik näherzubringen. Er nahm Kontakt auf mit Lothar Ritter, damaliger Prorektor und heutiger Rektor der Hochschule für Technik Buchs (NTB). Dieser war von der Idee ebenfalls angetan. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzept, das bis heute Anklang findet. Professoren und Chemiker der NTB halten an Mittwochnachmittagen kindergerechte Vorlesungen und machen Experimente. Dazu eingeladen werden 9- bis 16jährige Kinder, die in die Rolle der Studenten schlüpfen. «Das Interesse war schon im ersten Jahr riesig», sagt Initiant Mäder rückblickend, «offensichtlich war ein Bedürfnis da». «Ich staune immer wieder, dass ein Hörsaal voll mit Kindern so mucksmäuschenstill sein kann», so Ritter. «Die Themen den Kindern so zu erklären, dass sie es verstehen und fasziniert sind – das ist die hohe Kunst der Didaktik.»

Über 2300 Kinder nahmen teil

Der Erfolg zeigt sich auch in den Zahlen: Seit 2007 haben insgesamt über 2300 Kinder teilgenommen. Der Schwerpunkt liegt bei den Zehn- bis Elfjährigen. «Diese Altersgruppe ist besonders begeisterungsfähig, weil viele der Themen völlig neu für sie sind», erklärt Mäder. «Jedes Jahr kommen neue Kinder. Wir haben aber auch treue Fans, die seit mehreren Jahren jede Vorlesung besuchen», freut sich Mäder. «Wir bieten den Schülerinnen und Schülern sozusagen eine Schnupper-Möglichkeit für einen akademischen Ausbildungsweg und fördern ihr Interesse». Nebst den Experimenten wird von den Referenten auch die entsprechende Basis-Theorie kindergerecht vermittelt.

Grosses Einzugsgebiet

Hauptsächlich nutzen Kinder aus der Region Werdenberg-Liechtenstein das kostenlose Angebot. Doch die Bekanntheit ist gestiegen, der Anlass hat sich etabliert und so kommen mittlerweile Anmeldungen aus dem ganzen Gebiet zwischen Chur und St. Gallen sowie aus dem Toggenburg. • DIE DRITTE