Kesb soll die Kommunikation mit den Betroffenen verbessern

BERN. Die vielkritisierte Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist laut der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) auf Kurs. Seit die Kesb 2013 die Vormundschaftsbehörden ersetzte, nähmen die Fallzahlen ab.

Kari Kälin/Richard Clavadetscher
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BERN. Die vielkritisierte Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist laut der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) auf Kurs. Seit die Kesb 2013 die Vormundschaftsbehörden ersetzte, nähmen die Fallzahlen ab.

Dennoch solle die neue Behörde die Kommunikation mit den Betroffenen verbessern, so die Kokes. Kritiker der Kesb suggerierten, vor der «willkürlichen Behörde» sei niemand sicher, sagte Kokes-Präsident Guido Marbet. Doch erste gesamtschweizerische Zahlen zu den Massnahmen der Kesb stützten diesen Eindruck nicht.

Keine «Bürotischentscheide»

Nicht nur die Kokes, auch Fachleute aus der Praxis loben die Arbeit der Kesb: Markus Wopmann ist Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Baden. Er leitet die Kinderschutzgruppe des Spitals, zudem ist er Leiter der Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken, hat also die ganze Schweiz im Blick. Im Interview lobt Wopmann sowohl das Engagement der Kesb-Mitarbeiter als auch deren fachliche Kompetenz. Die Behörde sei weit davon entfernt, unpersönliche «Bürotischentscheide» zu fällen.

Die immer wieder zu hörende Kritik, die Kesb hätte zu viel Macht, mag Markus Wopmann ebenfalls nicht akzeptieren. Das Zivilgesetzbuch habe in diesem Bereich ja nicht geändert, und es gebe wie schon im alten Regime die Möglichkeit, gegen einen Entscheid zu rekurrieren. Die positive Entwicklung beeindruckt die Kesb-Gegner indes nicht.

Gegner halten an Initiative fest

SVP-Nationalrat Pirmin Schwander sagt, man könne die Statistik in den Papierkorb werfen. «Sie sagt nichts über das Wohlbefinden der Betroffenen aus», so Schwander. Er hält an der Initiative fest. Er befasse sich seit Jahrzehnten mit Kindes- und Erwachsenenschutz. «Unter dem alten Regime mit der Vormundschaft liefen viel weniger Fälle schief als mit der Kesb», sagt Schwander. ? THEMA 20+21