Kennenlernen heisst Ängste abbauen

Die «Moschee», die seit Sommer im Gebäude von Niki's auf Seveler Gemeindegebiet eingemietet ist, sorgt für Verunsicherung. Dass es sich dabei «nur» um das Vereinslokal einer islamischen Kulturgemeinschaft handelt, beruhigt nicht alle.

Thomas Schwizer
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Die «Moschee», die seit Sommer im Gebäude von Niki's auf Seveler Gemeindegebiet eingemietet ist, sorgt für Verunsicherung. Dass es sich dabei «nur» um das Vereinslokal einer islamischen Kulturgemeinschaft handelt, beruhigt nicht alle. Auch dass diese bereits seit 20 Jahren im Industriegebiet in Buchs ihr Lokal hatte und es in dieser Zeit laut Vermieterin keine Probleme gab, überzeugt nicht alle. Ebenso wenig, dass viele der Mitglieder seit Jahrzehnten in der Region wohnen, leben, arbeiten und gut integriert sind.

Für Verunsicherung sorgt, dass sich hier neben dem Vereinslokal ein Gebetsraum dieser Gemeinschaft befindet, der vor allem am Freitagmittag so viele Gäste aus der weiteren Umgebung zum moslemischen Freitagsgebet anzieht. Ängste löst auch aus, dass in Buchs und Sevelen gleich vier islamische Vereinigungen ihr Vereinslokal mit Gebetsraum haben – das war aber schon bisher so.

«Wir haben nichts zu verstecken», heisst es, als der W&O Kontakt mit Vertretern der Gemeinschaft aufnimmt. Sie geben offen Auskunft – auch wenn bei einzelnen von ihnen eine Verunsicherung spürbar ist. Diese ist ebenso verständlich wie jene in der Bevölkerung. Denn was man nicht kennt, kann Angst und Skepsis auslösen.

Dagegen gibt es ein Rezept: Offen aufeinander zugehen, sich informieren und informieren lassen, miteinander reden. Islamische Gemeinschaften nehmen in unserer Region an interkulturellen Anlässen teil, laden zu Tagen der offenen Tür ein. Warum nicht Neugier und Interesse statt Misstrauen zeigen?

Offenheit muss aber gegenseitig sein. So könnten sich die islamischen Gemeinschaften beispielsweise in der öffentlichen Liste der Vereine eintragen und so eine direkte Kontaktaufnahme ermöglichen. Und damit auch zeigen, dass der Islam südosteuropäischer Prägung nicht mit der Radikalität jenes in Teilen des Nahen Ostens vergleichbar ist.

thomas.schwizer@wundo.ch