Kein Grund zur Sorge

Von der «Hand-Fuss-Mund-Krankheit» werden vor allem Kinder befallen. Sie ist schmerzhaft, sehr ansteckend und verbreitet sich im Rheintal aktuell stark. Die Kinderärzte beruhigen allerdings.

René Schneider
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Obwohl die Hand-Fuss-Mund-Krankheit im Rheintal zurzeit häufig vorkommt, besteht kein Grund zur Panik. (Bild: Bilderbox)

Obwohl die Hand-Fuss-Mund-Krankheit im Rheintal zurzeit häufig vorkommt, besteht kein Grund zur Panik. (Bild: Bilderbox)

RHEINTAL. Kleine Blasen und rote Flecken um den Mund, im Mund, an Händen und Füssen. Das Krankheitsbild der «Hand-Fuss-Mund-Krankheit» tritt seit einigen Wochen gehäuft auf im Rheintal. Das bestätigen die Kinderärzte Tobias Altwegg in Widnau und Philipp Jenny in Altstätten. Sie wird auch in anderen Regionen der Schweiz gehäuft festgestellt. Weil die Viruskrankheit nicht zu den «meldepflichtigen Krankheiten» gehört (die von den Ärzten dem Kantonsarzt und dem Bundesamt für Gesundheit gemeldet werden müssen), gibt es keine konkreten Zahlen.

Bläschen an Händen und Füssen

Die Krankheit ist hoch ansteckend und tritt deshalb in Epidemien auf. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch geschieht durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel oder dem Sekret aus den Bläschen, die sich durch die Krankheit bilden. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen kommt es in der Regel bei einer angesteckten Person zu einer Erkrankung mit hohem Fieber und einem symmetrischen Hautausschlag mit Bläschenbildung an den Handinnenflächen, Fusssohlen, am Gesäss und im Mund. Die Bläschen heilen nach acht bis zwölf Tagen ohne Krustenbildung ab.

Keine Impfung möglich

Die Therapie kann nur symptomatisch erfolgen mit schmerzstillenden Mundgels oder -lösungen, hauptsächlich um Sekundärinfektionen durch Kratzen zu verhindern. Die bekannten antiviral wirkenden Medikamente zeigen bei der Hand-Fuss-Mund-Krankheit keine Wirkung. Ausser der strikten Beachtung von Hygienevorschriften sind keine Vorbeugemassnahmen möglich. Es gibt gegen diese Erkrankung noch keinen Impfstoff. Die Krankheit kommt weltweit vor, vor allem in Asien, und ist in Europa erst seit einigen Jahrzehnten verbreitet. Sie tritt ähnlich einer Grippe immer wieder in Wellen auf. Erkrankte können darauf hoffen, zukünftig immun gegen das Virus zu sein.

Keine Epidemie

Tobias Altwegg spricht allerdings aktuell nicht von einer Epidemie. In der Gruppenpraxis in Widnau würden «im Moment und seit etwa vier Wochen etwas mehr» Patienten mit dieser Krankheit behandelt. Wie viele es sind, werde nicht gezählt. «Über zehn, aber unter hundert», schätzt Altwegg. «Es besteht kein Grund zur Beunruhigung und kein Grund zum Schulausschluss.»

Als «eigentlich sehr harmlos» bezeichnet Kinderarzt Philipp Jenny in Altstätten die Viruskrankheit. Sie werde von einer Reihe verschiedener Viren ausgelöst, aber laut seiner Beobachtung sei das derzeit in unserer Region umgehende Virus eines der harmlosen. Unangenehm im Krankheitsbild seien allerdings die «grüüsigen Blöterli». Man könne sie behandeln wie bei Windpocken. Der Kinderarzt und seine Praxisassistentinnen raten: Abwarten und Tee trinken sowie allenfalls schmerzlindernde und desinfizierende Medikamente einsetzen. Der Buchser Kinderarzt Urs Suenderhauf konnte wegen Ferienabwesenheit nicht befragt werden.