Kein grünes Diktat!

Am 25. September stimmen wir über die Initiative «Grüne Wirtschaft» ab. Was gut tönt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Staatsdiktat in einer noch nie dagewesenen Form. Die Initiative will unseren Lebensstil radikal auf den Kopf stellen und gefährdet unsere Arbeitsplätze.

Walter Müller, Nationalrat Fdp, Azmoos
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Am 25. September stimmen wir über die Initiative «Grüne Wirtschaft» ab. Was gut tönt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Staatsdiktat in einer noch nie dagewesenen Form. Die Initiative will unseren Lebensstil radikal auf den Kopf stellen und gefährdet unsere Arbeitsplätze. Einen sinnvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet die Vorlage aber nicht. Als Landwirt liegt mir die Natur am Herzen. Geht es der Umwelt schlecht, sind die Böden weniger fruchtbar, gedeiht das Gemüse nicht gut und unsere Tiere sind nicht gesund. Wir alle legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit und ganz besonders auf gesunde Produkte. Nicht umsonst zählen wir im internationalen Vergleich zu den Spitzenreitern in Sachen Umweltschutz und Recycling. Mit ihrer Forderung, den Ressourcenverbrauch um 65% zu senken, schiessen die Befürworter der Initiative «Grüne Wirtschaft» aber weit übers Ziel hinaus. Von einer Annahme der Initiative wären wir alle betroffen: Fleisch, Früchte, Gemüse, Kaffee, aber auch Reisen und Mieten würden massiv teurer. Infolge explodierender Treibstoffpreise wären wir auch in unserer Mobilität – ganz besonders in den ländlichen Regionen – massiv eingeschränkt – ja, regelrecht bestraft. Unseren gewohnten Lebensstil müssten wir folglich von heute auf morgen radikal verändern. Denn eine derart drastische Senkung des Ressourcenverbrauchs liesse sich nur mit einem erheblichen persönlichen Verzicht umsetzen. Aber auch unsere Wirtschaft würde in der Wettbewerbsfähigkeit massiv eingeschränkt. So müssten Unternehmen mit einer drastischen Erhöhung der Energiepreise und einer lähmenden und kostentreibenden Bürokratie rechnen. Umsatzeinbussen und ein Abbau von Arbeitsplätzen durch Verlagerung ins Ausland wären die Konsequenzen. Unterm Strich würden wir alle mit der Initiative verlieren – ohne einen sinnvollen Bezug zur Nachhaltigkeit geleistet zu haben. So zeigt sich doch beispielsweise anhand des Recyclings, dass wirklich clevere Umweltkonzepte auch ohne staatliche Bevormundung und Zwang Erfolg haben. Darum lege ich am 25. September ein Nein in die Urne.