Kanada gegen Liechtenstein auf Wildhauser Eis

Rob Swan will für seinen Weltrekord in zehn Tagen in elf Ländern gegen zwölf Teams spielen. Um gegen Liechtenstein zu spielen, begab er sich ins Obertoggenburg.

Sabine Schmid
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Rob Swan (mit Käppli) bespricht mit dem Wildhauser Junior Swen Brauchli die Taktik. (Bild: Sabine Schmid)

Rob Swan (mit Käppli) bespricht mit dem Wildhauser Junior Swen Brauchli die Taktik. (Bild: Sabine Schmid)

Curling macht Spass – darüber herrscht am Montag im Curlingcenter in Wildhaus Einigkeit. Für einmal spielt das Resultat keine Rolle, die Partie zwischen den Spielern des CC Vaduz und dem Team bestehend aus den Wildhauser Junioren Swen und Selin Brauchli sowie Rob Swan und Wayne Fitzpatrick ist eine einseitige Sache. Vielmehr geht es den Spielern darum, Rob Swan auf seinem Weg zu einem Weltrekord zu helfen.

«186», ruft Rob Swan aus und lacht. Bei so vielen Clubs hat er bisher gespielt. Denn bereits bevor er sich für seinen Weltrekord nach Europa aufgemacht hat, ist er durch Kanada gereist und hat in möglichst vielen Clubs gespielt. «Ich habe damit Geld für meinen eigenen Club in Harvey gesammelt», erzählt er während einer kurzen Spielpause.

Weltrekord-Tour startete in Baden-Baden

Die Idee ist bei den kanadischen Curlingspielern angekommen und das Reisen, verbunden mit Curling spielen, ist für Rob Swan wie zu einer Sucht geworden. «Ich bin in der vergangenen Zeit viel herumgekommen und habe so sehr viele Menschen kennengelernt», sagt er. Irgendwann sei er auf die Idee gekommen, einen Weltrekord aufzustellen und dafür ist er nun unterwegs. Um die Spiele in den verschiedenen Ländern Europas zu organisieren, kann Rob Swan auf seinen Freund Wayne Fitzpatrick zählen. «Ich kenne ihn von der Zeit, als er in Kanada gelebt hat. Heute lebt er in Belgien und ist nach wie vor mit Curling verbunden», sagt Rob Swan.

Hinter der Reise durch Europa stecken einige logistische Überlegungen. «Ich habe den Curlingclub von Baden Hills gekannt», sagt Wayne Fitzpatrick. Weil die deutsche Stadt Baden-Baden historisch mit Kanada verbunden ist, habe es auf der Hand gelegen, die Weltrekord-Tour dort zu beginnen. In Füssen hat ein zweites Spiel stattgefunden. Weil Rob Swan erst einen Tag später ein Spiel in Kitzbühel gegen das österreichische Herrenteam absolvieren kann, macht er einen Abstecher nach Cembra in Norditalien. In der Schweiz stehen nebst Wildhaus auch St. Gallen und Baden auf dem Programm. Weiter geht die Reise in die Benelux-Länder. Zum Abschluss gibt es Spiele in Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Mehr als 80 Prozent der Spiele gewonnen

Auch wenn es anstrengend ist, so viel zu reisen und immer wieder Partien zu bestreiten – Rob Swan hat die Freude am Curling auch in der Mitte seiner Tour noch nicht verloren. «Ich finde es toll, dass ich mit verschiedenen Menschen zusammen spielen kann», sagt er. Und wenn er dadurch den Curlingsport ein bisschen bekannter machen kann, freut es ihn noch mehr. «Ich habe bisher mit blinden Personen gespielt und mit Menschen, die in einem Rollstuhl sitzen. Auch Menschen jeglichen Alters haben mit mir den Sport ausgeübt. Dass er und Wayne Fitzpatrick in Wildhaus mit den Junioren Swen und Selin Brauchli spielen können, ist ein weiteres Highlight auf der Reise. «Es ist schön zu sehen, wie die beiden jungen Menschen unserem Sport mit viel Freude und Enthusiasmus frönen», sagt Rob Swan und lobt, wie gut die beiden schon seien.

Nein, ein Profi sei er keinesfalls, auch wenn er häufig Curling spiele, relativiert der Elektriker Rob Swan sein eigenes Können, obwohl er mehr als 30 Jahre Curling spielt. Dennoch: Mehr als 80 Prozent der Spiele, die er bei anderen Clubs gespielt hat, hat er gewonnen. Zuletzt gegen das österreichische Nationalteam und gegen die Spieler des CC Vaduz.