Jungfreisinnige sind gegen Verhüllungsverbot

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Kanton St. Gallen Mit einer Mehrheit von fünf Stimmen wurde im St. Galler Kantonsrat ein Verhüllungsverbot beschlossen. Wird dieses umgesetzt, darf im Kanton St. Gallen auf öffentlichem Raum das Gesicht nicht mehr verdeckt werden. Die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen (JFSG) lehnen diesen Beschluss klar ab, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.

Dieser Beschluss stelle einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar, welcher mit einer offenen und toleranten Gesellschaft nicht vereinbar sei, so die Jungpartei. Jede Person solle sich so anziehen, wie es ihr beliebe und wie sie sich wohl fühle. Die Leidtragenden seien letzten Endes genau die, die man eigentlich beschützen wolle. Ein Verbot ihrer Kleidung führe nicht zu einer zusätzlichen Emanzipation, sondern zu einem weiteren Ausschluss dieser Frauen aus der Gesellschaft. Mehr Sicherheit wird aus Sicht der Jungfreisinnigen durch dieses Verbot nicht geschaffen. «Denn die Umsetzung hätte die Einführung gross angelegter Kontrollen zur Folge, denn jeder Fall muss einzeln beurteilt werden. Dadurch wird Kapazität der Polizei gebunden, welche andernorts fehlen wird», heisst es in der Medienmitteilung der Partei weiter. (wo)