Junge Motorradfahrer sind am meisten gefährdet

BERN. Jung, männlich, Motorradfahrer: Mit diesen Eigenschaften ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, auf Schweizer Strassen zu verunfallen. Dies zeigt die Statistik zu den Verkehrsunfällen, die das Bundesamt für Strassen gestern veröffentlichte.

Noemi Heule
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BERN. Jung, männlich, Motorradfahrer: Mit diesen Eigenschaften ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, auf Schweizer Strassen zu verunfallen. Dies zeigt die Statistik zu den Verkehrsunfällen, die das Bundesamt für Strassen gestern veröffentlichte.

Unerfahren und risikobereit

17 803 Unfälle ereigneten sich im Jahr 2014 in der Schweiz. 6955 von ihnen werden von Junglenkern, im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, verursacht. Rolf Moning von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) macht «Risikofreude und Unerfahrenheit» dafür verantwortlich.

Über alle Altersstufen hinweg sind deutlich mehr Männer als Frauen in Verkehrsunfälle verwickelt. Moning führt dies darauf zurück, dass sie Verkehrsregeln häufiger verletzen: «Verkehrsdelinquenz ist primär ein Männerproblem», sagt er. 86 Prozent aller Verurteilungen nach dem Strassenverkehrsgesetz betreffen Männer.

Risikofaktor Töff

Insgesamt verunglückten im vergangenen Jahr 243 Menschen tödlich. Ein Fünftel von ihnen war mit dem Töff unterwegs. «Aufgrund ihrer schmalen Silhouette werden sie zu spät erkannt», sagt Moning. Viele verzichteten zudem auf eine angemessene Schutzkleidung. Auch die Velofahrer schützen sich unzureichend: Nur 40 Prozent von ihnen tragen einen Helm. Die Anzahl Schwerverletzter und Todesopfer stieg 2014 denn auch einzig bei den Velofahrern an.

Ansonsten fiel die Anzahl Todesopfer seit 1945 auf ein historisches Tief. ? SCHAUPLATZ 24