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«Junge Attacke-Mannschaft»

Das 3.-Liga-Team Werdana Buchs ist zwar jung – will aber von der ersten Meisterschaftssekunde an selbstbewusst antreten. Die Marschrichtung steht fest: Angriffiges Spiel und mit Vollgas ins Tabellenmittelfeld.
Robert Kucera
Das Damenteam Werdana Buchs will sich in der 3. Liga nicht zurückhalten, seine Taktik ist der Angriff. (Bilder: Robert Kucera)

Das Damenteam Werdana Buchs will sich in der 3. Liga nicht zurückhalten, seine Taktik ist der Angriff. (Bilder: Robert Kucera)

Der Donnerstag, 20. Oktober, wird zu abendlicher Zeit ein sportliches Comeback erleben. Nach einem Jahrzehnt Abstinenz bei den Aktiven greift wieder eine Mannschaft des Volleyballclubs Werdana Buchs ins Wettkampfgeschehen der Schweizer Meisterschaften ein – genauer gesagt im Regionalverband GSGL (Glarus, Graubünden, St. Gallen, Fürstentum Liechtenstein und Ausserschwyz). In der 3. Liga, Gruppe A, trifft Buchs auswärts auf Pizol Volley II (20.30 Uhr).

Das junge Damenteam ist das neue Zugpferd von Werdana, welches in der Saison 2016/17 gleich mit acht Teams Meisterschaftsspiele austrägt. Je vier in der GSGL (Damen 3. Liga, zweimal Juniorinnen U23, einmal Juniorinnen U19) und in der Easy League des Regionalverbands Nordostschweiz (Damen, Herren und zwei Mixed-Teams).

Kein Zurück mehr ins alte Spielsystem

«Das sind so coole Mädchen. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen», schwärmt Esther Engler, die Trainerin der jungen Mannschaft. Ihr gefällt, mit welchem Eifer das Team am Werk ist. Den Zustand darf man ohne zu übertreiben als euphorisch beschreiben. «Alle haben Spass und ziehen am gleichen Strang», so die 46-Jährige. «Sie hören gut zu und setzen die Anweisungen eins zu eins um.»

Das Lernen hört derweil nie auf. Zurzeit freundet sich das Team mit einem neuen Spielsystem an, das Engler anordnete, als man von weniger Spielerinnen ausging. «Jetzt haben wir doch genug – zum alten System will aber niemand mehr.» Statt mit zwei Passeusen wird Werdana Buchs mit einer einzigen antreten. «So sind wir im Angriff effektiver.» Und das ist es, was ihre Crew will. «Wir sind eine junge Attacke-Mannschaft.» In der ersten Saison will man sich auf dem Feld nicht etwa vornehm zurückhalten. Und schon gar nicht in der Zielsetzung. Man will sich einen Mittelfeldplatz sichern und so früh wie möglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Administrative Auflagen und hohe Kosten

Es herrscht Optimismus und Aufbruchstimmung bei Werdana Buchs. Was nicht immer so war. «Wir waren sogar als Verein fast verschwunden», blickt Präsident Thomas Rehmann in ein dunkleres Kapitel der Vereinsgeschichte zurück. In jener Zeit zog sich Buchs aus dem nationalen Wettkampfsport zurück. Die Alteingesessenen frönten ihrem Hobby in der Easy League, im Hintergrund wurde das grösste Manko der Vergangenheit – Vernachlässigung der Jugendarbeit – mit Konsequenz angegangen.

Nachwuchsmangel und fehlende sportliche Ambitionen waren jedoch nicht der Hauptgrund dafür, dass man dem Regionalverband GSGL und damit auch Swiss Volley den Rücken zukehrte. Vielmehr waren es die hohen Jahresgebühren, welche nicht mehr tragbar waren. Dazu kommen – ebenfalls mit Kosten verbunden – Auflagen des Verbands, was administrative Tätigkeiten des Vereins angeht, unter anderem das Bereitstellen von Schiedsrichtern. Das um ein vielfaches günstigere Angebot der Easy League hielt letztlich das Buchser Volleyball am Leben.

«Heute können wir uns die GSGL leisten. Wir haben diesbezüglich gute Arbeit geleistet», ist Präsident Rehmann froh. Trotzdem musste man auf Sponsorensuche gehen, als feststand, dass die U23-Truppe sich in der 3. Liga versuchen will. Das immense Engagement der Girls und das Bekennen zu Werdana Buchs kamen bei den Vereinsverantwortlichen gut an. «Das wollten wir fördern und ihnen eine Plattform geben», so Rehmann.

Team wollte unbedingt zusammenbleiben

Dass Buchs bereits diese Saison mit einer 3.-Liga-Mannschaft in der GSGL auftaucht, ist speziell, wie Esther Engler erzählt: «Eine Spielerin war zu alt, um weiter U23 zu spielen. Weil es eine eingefleischte Mannschaft ist, die einen Super-Teamgeist hat, hat man miteinander besprochen, was man da machen wollte. Der Entscheid fiel einstimmig aus, dass man bei den Aktiven mitspielt – denn so kann das Team weiterhin zusammenbleiben.»

Zuletzt spielte das U23-Team von Werdana Buchs im Meisterschaftsbetrieb GSGL für den VBC Weite. Dies allerdings nur auf dem Papier. «Wir trainierten in Buchs und feuerten uns auch mit Hopp Buchs an», beschreibt die Trainerin. Rücktritte von 3.-Liga-Spielerinnen bei Weite und der Wunsch des jungen Teams nach Qualität und Kontinuität in Trainings waren da nur noch die Spitze des Eisbergs. Es war letztlich nur logisch, dass die nächste Werdenberger Volleyball-Generation für Buchs auf Punktejagd gehen wollte. Werdana Buchs einigte sich schliesslich mit dem VBC Weite darauf, dass man den 3.-Liga-Platz erben durfte.

Die GSGL-Präsenz wird den Verein aber nicht veranlassen, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Man weiss aus eigener Erfahrung, wie schnell es abwärts gehen kann. So hat man für die Zukunft vorgesorgt: Bei den «Minis» (11 bis 16 Jahre) trainieren die künftigen U19- und U23-Juniorinnen, vier Spielerinnen der 3.-Liga-Damenmannschaft amten als Schiedsrichter. Nur bei den Junioren will es nicht so recht vorwärtsgehen. «Jungs spielen halt lieber Fussball», bedauert Präsident Rehmann.

Die eingefleischte Mannschaft um Trainerin Esther Engler (oben Mitte) hält zusammen. (Bild: Robert Kucera)

Die eingefleischte Mannschaft um Trainerin Esther Engler (oben Mitte) hält zusammen. (Bild: Robert Kucera)

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