Jährlich bis einen Millimeter

GRABSERBERG. Das Hochmoor Gamperfin ist eines der bedeutendsten Moore im Kanton und gilt entwicklungsgeschichtlich als eines der interessantesten Moore der Schweiz.

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GRABSERBERG. Das Hochmoor Gamperfin ist eines der bedeutendsten Moore im Kanton und gilt entwicklungsgeschichtlich als eines der interessantesten Moore der Schweiz. Seit im Zweiten Weltkrieg Torf als Heizstoff-Ersatz für ausbleibende Kohle abgebaut wurde, zog sich ein mehr als 300 Meter langer, über 5 Meter tiefer und bis zu 13 Meter breiter Graben mitten durch die Wölbung des Moores. Durch diesen Graben entwässerte sich das Hochmoor. Dies führte zur Zersetzung des verbliebenen Torfes (mit massiven CO2-Emissionen) und veränderte die Vegetation. Ein wertvoller Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen drohte zu verschwinden.

So entstand die Idee, den Graben zu schliessen und durch geeignete Sperren das Wasser im Moorgebiet zurückzuhalten, um den weiteren Torfabbau zu verhindern und den Torfaufbau langfristig wieder zu ermöglichen. Dass dieser Aufbau ein langsamer Prozess ist, weiss Projektleiter Ruedi Staub von der Firma Renat GmbH in Buchs nur zu gut: «Das intakte Hochmoor wächst durchschnittlich um einen halben bis einen Millimeter pro Jahr.» Um so wichtiger war es deshalb, zuerst den Graben mit anderem Material weitgehend zu füllen und ihn mit der zuvor entfernten obersten Torfschicht wieder zu überdecken.

Die Umsetzung der Projektidee wurde möglich, weil im Rahmen eines Konjunkturprogramms des Bundes solche Bauarbeiten im Naturbereich unterstützt wurden. Weil auch der Kanton, die Politische und die Ortsgemeinde Grabs sowie private Naturschutzstiftungen die Projektkosten im Betrag von 670 000 Franken mitfinanzierten, konnte das Projekt schliesslich umgesetzt werden. (ht)