Ist nicht die heutige Situation extrem?

«Ecopop – Droge mit hohen Nebenwirkungen» Ausgabe vom 25. November 2014

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Gehen wir die Argumente im entsprechenden Artikel durch. Als erstes wird die Abstimmung vom 9. Februar angeführt, die im Bundesrat und Parlament diskutiert wird. Wohin das führt, kann man schon zum voraus sagen. Unsere Politik bietet genügend Beispiele, wie der Volkswille ständig untergraben wird. Die bilateralen Verträge sind für unser Land wichtig! Herr Müller spricht von Souveränität – die besteht aber nicht, wenn man sich durch die EU immer wieder einschüchtern und erpressen lässt. Die Souveränität hat ihren Preis. Das kennen wir von den Walsern. Wie hoch wird der werden? Die Schweiz stellt nur schon durch ihre Lage für die EU einen wichtigen Wert dar, so dass man nicht vorauseilend nachgeben muss. Natürlich pokert die EU! Bei der Ecopop-Initiative wird von einer radikalen Regulierung gesprochen. Ist nicht die heutige Situation extrem? Schauen wir uns nur einmal das Bauvolumen der letzten Jahre zwischen Sargans und Buchs an?

Selbstversorgung: Dieses Thema muss nicht hier diskutiert werden, denken wir nur an die Verschwendung usw. Dass wir auch unsere eigenen Ansprüche reduzieren müssen, das ist klar: das eine tun, das andere nicht lassen?! Wahrscheinlich die wenigsten Unterstützer der Initiative leben so, wie Herr Müller es ihnen bösartig unterstellt. Auf die Tränendrüse gedrückt: Rückwanderer könnten möglicherweise nicht zurückkommen und mit Ausländern verheiratete Paare nicht in der Schweiz leben. Wenn man keine besseren Argumente hat, dann lasse man es lieber.

Man vergisst, dass mit dieser Initiative kein Ausländer abgeschoben wird. Unsere Wirtschaft setzt immer noch auf Wachstum, obwohl eigentlich schon lange klar ist, dass wir nicht länger auf dieses zählen dürfen. Ich nehme an, dass es vielen Frauen in den ärmeren Ländern passen würde, wenn nicht nach jedem der wenigen Vergnügen, die ihnen geblieben sind, nicht jedes Mal ein Kind auf die Welt käme. So sehe ich die geforderte Unterstützung der Familienplanung nicht als kolonialistische Anmassung. Es wird die Wirtschaft ins Spiel gebracht, die dann «leider müsste…» – gerade jetzt zeigt Syngenta, dass es ihnen am Arsch vorbeigeht, ob sie Arbeiter entlassen oder nicht. Diesbezüglich täte ein Ruck im politischen und wirtschaftlichen System gut.

Kurt Steiner

Prafisuot 3, 9479 Oberschan