Interessenträger des Berufsstandes

Für Bäuerinnen mit Modulpass, mit Fachausweis und höherer Fachprüfung sowie für Landwirte mit Fachausweis und Meisterlandwirte gab es eine gemeinsame Diplomfeier. Wie wichtig die landwirtschaftliche Weiterbildung ist, zeigte sich an der hohen Zahl von Diplomanden.

Adi Lippuner
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Die erfolgreichen Werdenberger und Obertoggenburger, welche die Weiterbildung zum Landwirt mit Fachausweis abgeschlossen haben. (Bild: Adi Lippuner)

Die erfolgreichen Werdenberger und Obertoggenburger, welche die Weiterbildung zum Landwirt mit Fachausweis abgeschlossen haben. (Bild: Adi Lippuner)

SALEZ. Weiterbildung hat bei den Landwirten und Bäuerinnen einen hohen Stellenwert und so bezeichnete die Festrednerin Rösli Räss, Präsidentin des Bäuerinnenverbands Appenzell Ausserrhoden, die Diplomandinnen und Diplomanden als «Interessenträger des Berufsstandes». 38 Männer und eine Frau erhielten den Fachausweis für Landwirte, vier dürfen den Titel Meisterlandwirt tragen und bei den Frauen haben 19 die Modulausbildung abgeschlossen, zehn feierten den Abschluss Berufsprüfung Bäuerin mit Fachausweis und die Nesslauer Bäuerin Esther Stauffacher ist schweizweit die einzige, welche die höhere Fachprüfung ablegte.

Ehepaar absolvierte Lehrgang

Eine Besonderheit gab es bei den Landwirten mit Fachausweis: Das Ehepaar Vreni und Michael Spitz vom Wieshof in Sevelen absolvierte die Ausbildung gemeinsam. Ausbildungsleiter Koni Höhener dazu: «Das ist das erste Mal, dass ich zu einem solchen Abschluss gratulieren darf.»

Wer sich im landwirtschaftlichen Bereich weiterbildet, kann dies berufsbegleitend tun. Bei den Bäuerinnen ist es, gemäss Ausbildungsleiterin Silvia Hohl so, dass die Frauen innerhalb von zwei Jahren während rund 100 Tagen die Schule besuchten. Die Erreichung des Modulpasses bietet die Möglichkeit, sich zur Prüfung als Bäuerin mit Fachausweis anzumelden.

Alltagskompetenzen pflegen

Festrednerin Rösli Räss, betonte, dass die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen eine höhere Fachkompetenz erreicht haben. Sie sagte: «Bildung ist der Grundstein zum Erhalt des Wissens. Leider gehen die Alltagskompetenzen zunehmend verloren, denn wenn im Lehrplan 21 Hauswirtschaft und Werken nicht mehr den gewohnten Stellenwert haben, tut dies weh.»

Ganz allgemein sei es wichtig, dass sich Frauen und Männer für die produzierende Landwirtschaft stark machen. «Jede Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Boden verbaut und wir sollten eine zahlenmässig immer grösser werdende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen können», so die Festrednerin.

Zentrum als Trägerschaft

Dani Müller vom Berufs- und Weiterbildungszentrum (BZB) begrüsste die Diplomandinnen und Diplomanden sowie zahlreiche Vertreter von Verbänden und Politik am festlichen Anlass. «Als Trägerschaft der landwirtschaftlichen Weiterbildung freuen wir uns, dass heute einer so grossen Anzahl Frauen und Männern ihre Diplome übergeben werden.»

Das gemeinsame Fest wurde durch die musikalischen Darbietungen des Innerrhoder «Huusfraue-Gruess», einer Formation mit drei Schwyzerörgelispielerinnen und einer Contrabass-Spielerin bereichert. Das Küchenteam des «Rheinhofs» sorgte für den kulinarischen Teil und so konnten die Anwesenden einen gemütlichen Abend im Kreise Gleichgesinnter geniessen.

Spitzenresultate

Beim Abschluss der Berufsprüfung Bäuerinnen mit Fachausweis erreichten drei Frauen Spitzenresultate. Es sind dies: Martina Kamm, Schänis, 5,8; Nadine Mader, Flums Hochwiese, 5,5, und Stefanie Wildhaber, Flumserberg, 5,4. Karl Frick aus Balzers schloss als Meisterlandwirt mit einem Notendurchschnitt von 5,8 ab. Bei den Landwirten mit Fachausweis erreichte Andreas Hinterberger, Ennetbühl 5,4; Urs Gredig, Schwellbrunn 5,35 und Hannes Dietsche, Kriessern, einen Notendurchschnitt von 5,2. Elisabeth Graf, Präsidentin der Ehemaligen, überreichte den Berufsleuten mit den besten Notendurchschnitten ein Präsent.

Eidg. dipl. Bäuerinnen HFP:

Esther Stauffacher, Nesslau

Landwirt mit Fachausweis:

Michael Dütschler, Weite; Rene Gabathuler, Fontnas; Vreni und Michael Spitz, Sevelen, Iwan Wenk, Wildhaus, Christian Zogg, Weite, und Ueli Zogg, Grabserberg

Bäuerinnen Modulpass:

Mirjam Ammann, Wildhaus; Silvia Hofstetter-Walthard, Wildhaus; Denise Loosli, Gams, Anja Wenk, Wildhaus