Interessantes aus der Geschichte erfahren

Auf historischen Pfaden wanderten die Hauswartinnen und Hauswarte aus der Region kürzlich in der Gemeinde Sennwald. Kenner gaben ihnen interessante Einblicke in Spuren eines grossen Bergsturzes, aber auch in das ehemalige Wirken der Freiherren von Hohen Sax.

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Auf der Wanderung durch die schön verschneite Winterlandschaft erfuhren die Teilnehmer Lehrreiches aus der Geschichte und der Natur. (Bild: pd)

Auf der Wanderung durch die schön verschneite Winterlandschaft erfuhren die Teilnehmer Lehrreiches aus der Geschichte und der Natur. (Bild: pd)

SENNWALD. Ende Dezember trafen sich 48 Hauswartinnen und Hauswarte zur alljährlichen Winterwanderung beim Schulzentrum Türggenau in Salez. Nach der Begrüssung durch Obmann Hansueli Baumgartner erklärte Reto Siegrist kurz den Tagesablauf. Bei strahlendem Sonnenschein, aber sehr kalten Temperaturen, spazierte man in den Schlosswald. Bei der zweiten Verzweigung wartete Ernst Gabathuler, Oberstufenlehrer in Salez. Er lieferte einige interessante Informationen über das Gebiet.

Grösster Wald im Talgebiet

Der Schlosswald ist der grösste zusammenhängende Wald im Talgebiet des Kantons St. Gallen. Er ist aus einem Bergsturz vor vielen hundert Jahren entstanden. Weil so viele Steinbrocken herumliegen, wurde das Gebiet nie urbar gemacht. Hier ist ein schöner Mischwald entstanden.

Weiter ging es zur Quelle und dann zum alten Karrenweg. Auf diesem sei früher der ganze «Verkehr» Nord–Süd verlaufen. «Reifenspuren» der damals mit Eisenrädern versehenen Wagen kann man heute noch sehen. Von hier aus bot sich ein wunderbarer Blick hinauf zum «Heierlispitz», wo die grosse Abrissstelle des ehemaligen Bergsturzes deutlich zu sehen ist. Weiter ging es zum Schloss Forstegg, das in Privatbesitz ist. Hier gab es von Ernst Gabathuler Informationen über die Freiherren von Hohen Sax.

Berühmte Mumie in der Kirche

Weiter ging es Richtung «Niederholz», das auch zum Bergsturzgebiet gehört. Bei der Motorrad-Clubhütte, früher Bahnwärterhaus, versorgte Leni Bösch aus Sennwald die Wanderschar mit Punsch und Eingeklemmten.

Valentin Aggeler, Obmann der Jagdgesellschaft Sennwald Nord, erzählte einiges über das Wild. Bei der Kirche Sennwald schilderte der ehemalige Pfarrer von Sennwald, Hans-Peter Steger, vom Leben des Philipp von Hohen Sax. Dieser wurde in der Kirche Sennwald beigesetzt. Über hundert Jahre später, bei einer Kirchenrenovation, fand man den Leichnam fast unversehrt. Nach einem Abstecher ins Österreichische kam er wieder zurück in die Kirche von Sennwald, wo er heute als Mumie angeschaut werden kann.

Im Restaurant Schäfli wurde ein feines Mittagessen serviert. Für den Rückweg nach Salez benutzten einige den Bus, die andern marschierten der Strasse entlang zum Ausgangspunkt «Türggenau». Mit dem verdienten Dank an die Organisatoren Reto und Renate Siegrist klang die wunderschöne Winterwanderung aus. (pd)