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Insgesamt viel weniger Wurfholz als bei «Lothar» und «Vivian»

Zersplitterte Stämme bedeuten einen deutlichen Minderertrag auf dem Holzmarkt und einen Mehraufwand beim Rüsten. (Bild: Corinne Hanselmann)

Zersplitterte Stämme bedeuten einen deutlichen Minderertrag auf dem Holzmarkt und einen Mehraufwand beim Rüsten. (Bild: Corinne Hanselmann)

Region Im Vergleich mit den verheerenden Winterstürmen «Lothar» und «Vivian» sind die Schäden, die «Burglind» am Mittwoch in der Region Werdenberg und oberstes Toggenburg angerichtet hat, viel geringer.

Ende Februar 1990 wütete der Sturm «Vivian» in der Region Werdenberg und oberstes Toggenburg. Am 26. Dezember 1999 suchte auch der Sturm «Lothar» diese Region heim. Die damals am Wald angerichteten Schäden waren enorm. Der ehemalige Gamser Revierförster Othmar Lenherr erinnert sich, dass der Gamser Wald wegen «Lothar» fast keine Schäden erlitt, dafür im gleichen Jahr wegen einer Lawine.

Der starke Sturm «Burglind» richtete am Mittwoch dieser Woche zwar auch in den Wäldern und an zahlreichen Einzelbäumen der W&O-Region Schäden an. Doch ein erster Überblick in den Forstrevieren zeigt: Mit Ausnahme der Reviere Gams und Churfirsten sind sie relativ gering ausgefallen.

Gestern standen die Revierförster in der ganzen Region Werdenberg und oberstes Toggenburg im Grosseinsatz, um sich eine erste Übersicht über die Schäden zu verschaffen, die «Burglind» angerichtet hat. Gleichzeitig liefen die Aufräumarbeiten weiter, um einzelne Bergtrassen wieder freigeben zu können, die wegen des Windwurfs oder einzelner Hangrutschungen noch gesperrt waren.

Bis zu einer Jahresnutzung am Boden

Am stärksten wütete «Burglind» im Gamser Wald und im Obertoggenburger Revier Churfirsten. Für Gams geht Regionalförster Erwin Rebmann davon aus, dass hier aufgrund einer ersten Schätzung und seiner Erfahrung insgesamt etwa eine durchschnittliche Jahresnutzung Holz am Boden liegt. Wurfholz in der Höhe einer halben Jahresnutzung schätzt Simon Lindner für das Obertoggenburger Forstrevier Churfirsten. Das sei im rund 1500 Hektar Wald umfassenden Revier massiv weniger Schadenholz als nach den Stürmen «Lothar» und «Vivian», stellt er fest.

Das Zwischenfazit der Förster in den anderen Revieren zeigt, dass diese glimpflich davon gekommen sind. Kaum Schäden gibt es im Forstrevier Wartau. Hier ist man allerdings noch damit beschäftigt, Bäume zu rüsten, die im Dezember bei einem Föhnsturm zu Schaden kamen, sagt Ernst Vetsch. Vorwiegend Streuschäden in Form von einzelnen umgeknickten oder mitsamt dem Baumstrunk ausgerissenen Bäumen werden von der Forstgemeinschaft Grabus (Grabs, Buchs und Sevelen) vermeldet. Wenig Schäden gab es im Buchser Wald. In Grabs fielen im Raum Schwendiweg in Richtung Valspus kleinflächig circa 100 Kubikmeter Holz dem Sturm zum Opfer. Insgesamt schätzt Andreas Eggenberger den Schaden für Grabus auf einige 100 Kubikmeter Holz, was maximal 20 Prozent der Jahresnutzung entspreche.

Eine abschliessende Bewertung war nirgends möglich, denn in höheren, schneereichen Regionen konnten noch nicht alle Waldgebiete besichtigt werden.

Sturmholz bringt weniger Ertrag

Erwin Rebmann, Kreisförster der Waldregion 2, sagte gestern Freitagmittag zum bedeutenden Schadenausmass im Gamser Wald, aus der Menge der geknickten oder mit dem Wurzelstock umgeworfenen Bäume würden letztlich finanzielle Einbussen resultieren. Zersplitterte Stämme seien viel weniger wert. Zudem verursache das Rüsten einen viel grösseren Aufwand als bei Stämmen aus normalem Holzschlag. Auch bei sogenannten Streuschäden, meist vereinzelt geknickte und teils zerbrochene Stämme, sei der Rüstaufwand grösser als üblich.

Rebmann weist auf Folge- gefahren hin, die insbesondere dort bestehen, wo Bäume an Steilhängen ausgerissen worden sind. Das sei beispielsweise im Forstrevier Rüthi-Lienz der Fall. Denn mit dem Wurzelstock würden auch Steine aus dem Boden gerissen, die dann ins Tal rollen könnten – spätestens wenn die Stöcke verrotten würden. Dies berge sowohl für die Mitarbeiter im Forst als auch für Wanderer Gefahren. Je nach Lage sei das Bergen solcher Stöcke sehr aufwendig bis unmöglich. (ts)

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