In der Ostschweiz sind immer mehr Rentner arm

OSTSCHWEIZ. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die Ergänzungsleistungen (EL) benötigen, nimmt seit 2008 ständig zu. Jährlich gebe es rund 5000 neue Arme im AHV-Alter, schreibt Pro Senectute – und schlägt Alarm.

Richard Clavadetscher
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OSTSCHWEIZ. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die Ergänzungsleistungen (EL) benötigen, nimmt seit 2008 ständig zu. Jährlich gebe es rund 5000 neue Arme im AHV-Alter, schreibt Pro Senectute – und schlägt Alarm.

Prozentuale Zunahme

Bei steigender Gesamtzahl der AHV-Bezüger nimmt laut Pro Senectute die absolute Zahl der EL-Bezüger ebenfalls stetig zu. Prozentual beziehen in der Schweiz 12,2 Prozent der Rentner EL. Diese Zahl blieb in den letzten fünf Jahren konstant.

Nicht so in den vier Kantonen der Ostschweiz. Hier stieg im genannten Zeitraum auch der prozentuale Anteil: Im Kanton St. Gallen bezogen 2008 noch 11,5 Prozent aller Rentner Ergänzungsleistungen, 2013 waren es bereits 12,7 Prozent. Im Thurgau stieg die Zahl ebenfalls – von 9,6 Prozent im Jahr 2008 auf 10,4 Prozent im letzten Jahr.

Nicht nur die Demographie

Fachleute vermuten neben der Demographie unter anderem gesetzliche Anpassungen und steigende Kosten im Gesundheitswesen sowie den Vorbezug von Pensionskassengeldern als mögliche Ursachen.

Laut Pro Senectute benötigen die EL-Bezüger in der Schweiz durchschnittlich 916 Franken pro Monat zusätzlich zur AHV, um über die Runden zu kommen. 38 Prozent der Rentnerinnen und 13 Prozent der Rentner erhalten heute neben der AHV weder Leistungen aus einer Pensionskasse noch aus einer dritten Säule. Gäbe es keine Ergänzungsleistungen, fielen sie der Armut anheim. • THEMA 15