In den Städten steigt die Bezugsdauer von Sozialhilfe

BERN.

Denise Lachat
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BERN. Die Sozialhilfequote bleibt in den grossen Schweizer Städten stabil, allerdings steigt die durchschnittliche Bezugsdauer an, und auch die Zahl der Sozialhilfeempfänger mit einer sehr langen Bezugsdauer wächst: Dies ist der Befund des aktuellen Kennzahlenberichts der Städteinitiative Sozialpolitik, welche die Situation von 13 Schweizer Städten miteinander vergleicht.

Viele ohne Berufsabschluss

Als Langzeitbezüger gelten Personen, die Ende 2014 seit über drei Jahren Sozialhilfe bezogen. Dieser Gruppe widmet der jüngste Bericht mit einer Stichprobenerhebung ein besonderes Augenmerk, weil bis anhin wenig über ihre Merkmale und ihre Probleme bekannt war. Das Fazit: Menschen über 45 Jahre, Alleinerziehende mit Betreuungspflichten, Niedrigqualifizierte und Personen ohne Berufsabschluss haben ein besonders grosses Risiko, über längere Zeit sozialhilfeabhängig zu sein.

Zudem sind mehr als zwei Drittel der Langzeitbezüger krank, entweder körperlich als Folge von Unfall oder Krankheit oder aber psychisch. 30 Prozent leiden an einer psychischen Krankheit, 10 Prozent an einer Depression, 20 Prozent haben ein akutes Suchtproblem. Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt kann die psychischen Probleme verstärken, wie der Bericht festhält.

Rasch handeln

Umso wichtiger ist es in den Augen der Sozialdirektoren, dass möglichst früh gehandelt wird, wenn jemand an die Sozialdienste gelangt. Umfassende Beratung gleich zu Beginn und spezifische Modelle wie etwa jenes der Stadt Lausanne könnten für eine rasche Ablösung entscheidend sein. ? SCHWEIZ 15