In Buchs werden viele Flüchtlinge erwartet

BUCHS. In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben gestern Flüchtlinge die Züge Richtung Wien, München und Berlin gestürmt. Mehrere Züge – darunter der «Wiener Walzer» – fahren täglich aus Österreich oder Ungarn über Buchs in die Schweiz.

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BUCHS. In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben gestern Flüchtlinge die Züge Richtung Wien, München und Berlin gestürmt. Mehrere Züge – darunter der «Wiener Walzer» – fahren täglich aus Österreich oder Ungarn über Buchs in die Schweiz. Nachdem schon gestern solche Flüchtlinge in Buchs angekommen waren, wurde dort für heute morgen eine massiv höhere Zahl an Flüchtlingen erwartet. Die Polizei ist vor Ort.

Bis 200 Flüchtlinge pro Woche

Seit rund acht Wochen habe die Zahl der Flüchtlinge, die den Kanton St. Gallen erreichen, deutlich zugenommen, sagt Polizeimediensprecher Hanspeter Krüsi. Für heute rechnete die Polizei mit noch mehr Einreisenden als sonst, die Asyl beantragen, und erhöhte die Polizeipräsenz am Bahnhof Buchs deutlich. Am Morgen kommen mehrere Züge aus Österreich.

Tatsächlich würden zurzeit die meisten «rechtswidrigen Aufenthalter» mit der Bahn einreisen, teilte das Grenzwachtkorps gestern auf Anfrage mit. In der Ostschweiz betreffe dies vor allem Passagiere des aus Budapest kommenden «Wiener Walzers».

Migration von Ost nach West in internationalen Zügen gebe es schon seit Jahren, seit Juni stelle man aber einen starken Anstieg fest, sagte Andreas Brunner, bei der Kantonspolizei St. Gallen verantwortlich für die Umsetzung des Ausländergesetzes. Pro Woche kämen derzeit 100 bis 200 Flüchtlinge auf diesem Weg, hauptsächlich in zwei Frühzügen am Morgen.

«Rechtswidrige Aufenthalter» würden im Kanton St. Gallen alle der Kantonspolizei übergeben, erklärte Attila Lardori, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung. An dieser sei es, die weiteren Massnahmen zu ergreifen.

Wer um Asyl nachsuche, werde der Polizei übergeben und ins Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten gebracht, sagte Brunner. Die meisten Ankömmlinge kämen aus «Kriegsländern»: aus Syrien, Afghanistan, Irak und auch aus Iran.

Nur wenige mit Schleppern

Hanspeter Krüsi spricht von einer «personellen Belastung» für die Polizei. «Wir rechnen damit, dass die Zahlen im Winter noch mehr nach oben gehen werden.» Anfang Jahr seien noch die meisten Flüchtlinge aus Kosovo eingereist. Nun kämen vermehrt auch ganze Familien. Unter den Einreisenden würden rund zwei Prozent mit Hilfe von Schleppern in die Schweiz kommen. (chs/sda) ? AUSLAND 7