Immer mehr unbegleitete Minderjährige beantragen Asyl

Bisher haben dieses Jahr in der Schweiz über 1500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein Asylgesuch gestellt. Das sind bereits fast doppelt so viele wie im ganzen Jahr 2014, als knapp 800 unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) registriert wurden.

Michel Burtscher
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Männliche Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren beantragen vermehrt Asyl. (Bild: Sasa Despot/Zurnal24l/Pixsell)

Männliche Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren beantragen vermehrt Asyl. (Bild: Sasa Despot/Zurnal24l/Pixsell)

Bisher haben dieses Jahr in der Schweiz über 1500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein Asylgesuch gestellt. Das sind bereits fast doppelt so viele wie im ganzen Jahr 2014, als knapp 800 unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) registriert wurden. Das geht aus aktuellen Zahlen des Staatssekretariats für Migration hervor. Die meisten UMA sind zwischen 15 und 18 Jahren alt und männlich. Drei Viertel von ihnen stammen aus Eritrea. Die Zunahme der UMA stellt die Kantone vor Herausforderungen. Sie sind für die Betreuung und Unterbringung der jungen Flüchtlinge zuständig. Einige Kantone bringen sie in normalen Asylheimen unter, andere in speziellen Zentren.

Der Kanton Luzern hat nun mitgeteilt, dass er bald ein solches Zentrum eröffnen will. Dort werden die Minderjährigen rund um die Uhr betreut und besuchen eine interne Schule. Diese Betreuung sei nötig, da die UMA auf ihrer Reise in die Schweiz oft Gewalt erlebt hätten und traumatisiert seien.

Marianne Hochuli von der Caritas Schweiz begrüsst den Schritt des Kantons Luzern. Ein abgeschottetes Leben in einem solchen Zentrum sei aber nicht die Lösung. ? SCHWEIZ 17