Im Werdenberg stieg der Anteil an Biobetrieben deutlich

REGION. Die Zahl der Biobetriebe in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein erreichte 2015 mit 6480 einen neuen Rekord. Damit wurde das bisherige Spitzenjahr 2006 mit 6451 Betrieben übertroffen.

Hanspeter Thurnherr
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Die Zahl der Biobetriebe und die Biobetriebsfläche steigt. Trotzdem mangelt es in der Ostschweiz unter anderem an Bio-Vollmilch. (Bild: Benjamin Manser)

Die Zahl der Biobetriebe und die Biobetriebsfläche steigt. Trotzdem mangelt es in der Ostschweiz unter anderem an Bio-Vollmilch. (Bild: Benjamin Manser)

REGION. Die Zahl der Biobetriebe in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein erreichte 2015 mit 6480 einen neuen Rekord. Damit wurde das bisherige Spitzenjahr 2006 mit 6451 Betrieben übertroffen. Davon sind 6031 nach Bio-Knospe zertifiziert, wie Bio Suisse, der Dachverband der Knospe-Betriebe, letzte Woche mitteilte. Werden nur die direktzahlungsberechtigten Betriebe gezählt (also beispielsweise ohne Gärtnereien), hält die Schweiz einen Bioanteil von 12,8 Prozent.

Weiter gewachsen – um 4000 Hektaren – ist auch die biologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsfläche. Sie erreichte im vergangenen Jahr 137 000 Hektaren. Auch dies entspricht einem Anteil von 12,8 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Werdenberg kantonal Zweiter

Das Fürstentum Liechtenstein hält seit Jahren einen weltrekordverdächtigen Bioanteil an den landwirtschaftlichen Betrieben. Aktuell sind es 30 von insgesamt 104 direktzahlungsberechtigten Betrieben. Dies entspricht einem Bioanteil von 28,8 Prozent. Laut Bericht 2015 der Fachstelle Biolandbau am Landwirtschaftlichen Zentrum sind es im Kanton St. Gallen 432 von 3617 direktzahlungsberechtigten Landwirtschaftsbetrieben.

Mit 11,94 Prozent liegt der Kanton etwa im Schweizer Durchschnitt. «In der Statistik erscheinen damit nur fünf neue Biobetriebe auf, aber weil die Gesamtzahl der Betriebe im Kanton um 47 (das entspricht 1,3 Prozent) abgenommen hat, ist der prozentuale Anteil an Biobetrieben leicht gestiegen», heisst es im Bericht weiter. Im Werdenberg stieg der Anteil innert zwei Jahren von etwa 12,4 auf gut 14 Prozent. Höher ist der Anteil an Biobetrieben nur im Toggenburg mit 18,3 Prozent. Den tiefsten Wert unter den acht Regionen im Kanton hat der Kreis Rheintal mit 5,8 Prozent.

Es mangelt an Biomilch

Gemäss Bericht werden in der Ostschweiz vom grössten Verarbeiter – die Käserei Züger verarbeitet gemäss eigenen Angaben jährlich rund 17 Mio. Kilogramm Biovollmilch – neu über 8 Mio. Kilogramm Biomilch gesucht. Während der Biofleischmarkt ziemlich gesättigt sei, seien Biomastpoulets nach wie vor gesucht. «Immer noch ist das Angebot an Ackerfrüchten und Ölsaaten zu klein, die Preise für die Produzenten entsprechend sehr hoch», heisst es im Bericht der Fachstelle Biolandbau weiter.

Auf 2,323 Milliarden Franken gewachsen ist in der Schweiz gemäss Bio Suisse der Umsatz an Bioprodukten. Das entspricht einem Marktanteil von 7,7 Prozent und einem Pro-Kopf-Konsum von 280 Franken. Seit 2011 ist der Umsatz um einen Drittel gestiegen. Die Frischprodukte erzielten erstmals mit 10 Prozent einen zweistelligen Marktanteil. Den höchsten Bioanteil halten weiterhin Eier (24,3%), Frischbrot (20,1%), Gemüse (18,6%) und Salate (15,6%). Nach Produktegruppen sind weiterhin die Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Käse) mit fast 300 Mio. Franken die grössten Umsatzträger.

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