Illbett nicht mit dem Rhein vergleichen

Leserbrief «Ein Beispiel für die Nutzung des Rheins» von Guntram Merhar W&O vom 9. Oktober

Drucken

LESERBRIEF

Das frühere Illbett konnte man und kann man nicht mit dem Rhein zwischen Rüthi und Bad Ragaz vergleichen. Die Ill wird durch die oberen Staustufen und Werke vertechnisiert und ist eine Wasserfabrik.

Beeindruckt hat mich die Kraft der Wassermassen, die das sich im Bau befindende Illkraftwerk zerstört hat!

Ich brauche keine Seen im Rhein, die man nicht benutzen darf, weil vor und nach jeder Staustufe das Betreten des Bereichs und der Werke verboten ist.

Wenn Sie den Rhein langweilig finden, so liegt das an Ihnen. Der Rhein ist, so wie ich ihn kenne, unser einziges noch nicht vollständig verbautes Naherholungsgebiet! Neben all den technischen, wirtschaftlichen Bauten, die links und rechts des Rheins liegen, sind das Rheinbett und die Ufer, wie ich sie kenne, noch das einzigartigste naturnahe Erlebnis unserer Region. Sie können jeden Tag, ja jede Stunde zum Rhein gehen, man sieht nie das gleiche. Das können nur Augen erleben, die mit ihm verbunden sind, die emotional und noch nicht vertechnisiert sind.

Wahrscheinlich ist es den Randalierern von letzter Woche, die die Informationstafel am Rhein aus der Verankerung rissen, den Zaun auf ca. 10 Metern niedermachten, den Abfalleimer demolierten und beseitigten, die schwere Ruhebank aus Holz den Damm runterstiessen, auch furchtbar langweilig, weil sie mit sich selber nichts mehr anzufangen wissen. Weil sie unter Strom stehen!

Was war noch vor gar nicht langer Zeit für ein technischer Aufwand nötig, als eine Bauplattform bei einem leicht erhöhten Wasserstand im Rhein das Weite suchte! Von wegen wegen 30jährigem Hochwasser passiert. Solche Wassermassen gibt es jedes Jahr, durch Regenwetterlagen, die zusammentreffen.

Was nützt uns die elektrische Energie, wenn wir vor lauter Elektronik keine Energie, keinen Platz mehr für die freie Entfaltung unser selbst haben? Ist ein solcher Mensch noch fähig, etwas Naturnahes zu gestalten?

Elsbeth Heule-Hutter Giessenstrasse 18, Haag

Aktuelle Nachrichten