Identität des gefundenen toten Kleinkindes ist geklärt

STAAD. Das Institut für Rechtsmedizin St. Gallen hat das vor rund einer Woche in Staad (der W&O berichtete) tot aufgefundene Mädchen identifiziert. Es handelt sich tatsächlich um die leibliche Tochter der inhaftierten Eltern.

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STAAD. Das Institut für Rechtsmedizin St. Gallen hat das vor rund einer Woche in Staad (der W&O berichtete) tot aufgefundene Mädchen identifiziert. Es handelt sich tatsächlich um die leibliche Tochter der inhaftierten Eltern.

Dies teilte die St. Galler Staatsanwaltschaft gestern mit. Am 4. August hatte die Kantonspolizei bei einer Hausdurchsuchung den Leichnam des Kindes im Keller entdeckt und die Eltern festgenommen. Schon damals teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie gehe von einem Tötungsdelikt aus.

Zuerst Verdacht geschöpft

Angestrengt hatte die Ermittlungen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Rorschach mit einer Strafanzeige wegen Verdachts der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten. Die Behörde hatte nach einem Hausbesuch Verdacht geschöpft, weil sie keine befriedigenden Auskünfte über den Aufenthaltsort der zweijährigen Tochter bekommen hatte.

Die Hausdurchsuchung brachte traurige Gewissheit. Obwohl der Zustand der Kinderleiche eine sofortige Identifikation nicht zuliess, ging die Polizei davon aus, dass es sich um das gesuchte Mädchen handelte.

Nach dem Leichenfund wurden die Eltern, eine 32jährige Deutsche und ein 52jähriger Schweizer, in Untersuchungshaft genommen. Der Vater wurde vom Amtsarzt als nicht hafterstehungsfähig eingeschätzt, das heisst, sein Gesundheitszustand lässt eine normale Untersuchungshaft nicht zu. Deshalb wurde der 52-Jährige in die Psychiatrie eingewiesen, wo er vorerst verbleibt.

Beschuldigte befragt

Die Beschuldigten konnten mittlerweile bereits befragt werden, wie Roman Dobler, Medienbeauftragter der St. Galler Staatsanwaltschaft, der Schweizerischen Depeschenagentur auf Anfrage sagte. Zum Inhalt konnte er aber aus Rücksicht auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen. Auch zur Todesursache oder zum Todeszeitpunkt des kleinen Mädchens gab er keine Auskunft.

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hatte die Mutter besucht, weil sie über ein Replazierungsgesuch der Deutschen befinden musste. Die 32-Jährige hatte ein Gesuch gestellt, zwei ihrer drei anderen Kinder, die nicht bei ihr wohnten, wieder zu sich zu nehmen. Bei den routinemässigen Abklärungen der Wohn- und Familiensituation stellte die Behörde fest, dass das Kind fehlte, das offiziell bei der Mutter lebte, heisst es in der Mitteilung weiter. (sda)