«Ich würde nie SVP wählen!»

WARTAU. Stück für Stück verdrängt die Sonne den im Tal hängenden Nebel im Wahlkreis Werdenberg. Die majestätischen Zweitausender mit ihren weissen Schneekappen kommen zum Vorschein.

Samuel Koch
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Weite – eines von sieben Dörfern der Gemeinde Wartau mit Blick auf die Rheinebene. (Bild: Hannes Thalmann)

Weite – eines von sieben Dörfern der Gemeinde Wartau mit Blick auf die Rheinebene. (Bild: Hannes Thalmann)

WARTAU. Stück für Stück verdrängt die Sonne den im Tal hängenden Nebel im Wahlkreis Werdenberg. Die majestätischen Zweitausender mit ihren weissen Schneekappen kommen zum Vorschein. Im 1400-Seelen-Dorf Trübbach, Teil der FDP-Hochburg Wartau, erinnern einzig noch die Konterfeis der Kandidaten am Strassenrand an die Wahlen vom vergangenen Sonntag. Der Alltag hat die Sonnenstube wieder fest im Griff.

«Nicht wegen Walter Müller»

Vor der Bäckerei Hermann an der Hauptstrasse hebt ein Herr mittleren Alters am Bancomaten Geld ab. Christian Willi wohnt im benachbarten Azmoos. «Ich habe primär nach Sympathie gewählt», sagt er. Er gehe fast immer an die Urne: «Die SVP würde ich nie im Leben wählen!» Dass gerade in Wartau der grösste FDP-Wähleranteil nachgewiesen wurde, überrascht ihn. Obwohl mit Walter Müller der bisherige und künftige FDP-Nationalrat aus Azmoos wohl bereits zum zweitenmal nach 2011 für die Krönung zur FDP-Hochburg beigetragen haben dürfte.

Im Betreuten-Wohnheim im Azmooser Dorfzentrum gönnt sich Heinrich Dinner Kaffee und Kuchen. Auch er stimmte für die FDP. «Aber nicht wegen Walter Müller.»

Hoffen auf Paul Rechsteiner

Auch im «Selva» in Trübbach sind die Wahlen bereits wieder vergessen. Die Arbeit oder das traumhafte Herbstwetter dominieren im gutbürgerlichen Lokal von Wirt Theo Lendi. «Ich habe FDP gewählt», sagt er. Nicht wegen Walter Müller, «mehr wegen der freisinnigen Ideologie». Er sei aber auch offen für andere Meinungen: «Bei uns haben auch schon SP-Sitzungen stattgefunden.»

Wenige Gehminuten weiter besorgen sich Passanten im Coop etwas zu Essen. «Die Gemeinde besteht nicht nur aus Freisinnigen», sagt ein SP-Wähler. Er setzt nun auf Paul Rechsteiner im zweiten Wahlgang am 15. November. Damit ist er nicht der einzige.