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Ich schaue hinauf…

Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster. Bei Bad Ragaz entdecke ich plötzlich auf der Anhöhe eine grosse Statue. Zuerst traue ich meinen Augen nicht. Doch allmählich sehe ich klarer: Ja, genau! Es ist eine grosse Christus-Statue. Sie erinnert mich an jene in Rio de Janeiro.
Pfarrer Daniel Hanselmann, Wartau

Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster. Bei Bad Ragaz entdecke ich plötzlich auf der Anhöhe eine grosse Statue. Zuerst traue ich meinen Augen nicht. Doch allmählich sehe ich klarer: Ja, genau! Es ist eine grosse Christus-Statue. Sie erinnert mich an jene in Rio de Janeiro. Hoch über der Stadt breitet sie segnend ihre Arme aus. Und jetzt auch über Bad Ragaz und über dem Rheintal.

Ich erfahre, dass diese Statue zur «Triennale der Skulptur» in Bad Ragaz gehört. Ich bin beeindruckt. Hoch über dem Tal breitet sie ihre Arme aus. Segnend über den Menschen, die da wohnen. Segnend über den Menschen, die jeden Tag mit dem Auto oder mit dem Zug vorbeifahren. Segnend über den Menschen, die jeden Tag ihre Wege gehen.

Nun soll die Statue ihren Ort verlassen müssen. Es wird diskutiert und argumentiert. An jenem Platz, wo sie jetzt steht, darf sie scheinbar nicht bleiben. Ich hätte eine Idee: Sie könnte auf dem Schollberg stehen. Er war lange Zeit die Religionsgrenze zwischen dem römisch-katholischen Sarganserland und dem evangelisch-reformierten Werdenberg. Auf jenem Berg würde die Christus-Statue ihre Arme über die religiösen Grenzen und Vorstellungen hinaus ausbreiten. Sie würde zum Symbol dafür werden, dass Grenzen überwunden werden können und müssen. Wo Grenzen überwunden werden, kann Begegnung geschehen.

Ich hoffe, die Christusstatue wird in unserer Gegend sichtbar bleiben. Damit wir auch künftig hochschauen können. Sie kann uns immer wieder in den Sinn legen, dass wir gesegnet und begleitet sind von Christus, dem Licht des Lebens und Glaubens. Sie kann uns in den Sinn legen, dass es unsere Aufgabe ist, Grenzen zu überwinden.

Ein kurzer Blick dort hinauf und ein kurzes Gebet im Herzen. Oder ein Lied im Sinn:

«Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.» (Reformiertes Gesangbuch, Nr. 343, 1. Strophe)

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