«Ich muss auch unpopuläre Entscheide kommunizieren»

BUCHS. Der Buchser Heinz Nigg hat am 1. März das Amt des Jagdverwalters des Kantons Appenzell Ausserrhoden angetreten.

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Willi Moesch, der abtretende Ausserrhoder Jagdverwalter, und sein Nachfolger, Oberförster Heinz Nigg aus Buchs (rechts), im Trogner Jagdzimmer. (Bild: Mea McGhee)

Willi Moesch, der abtretende Ausserrhoder Jagdverwalter, und sein Nachfolger, Oberförster Heinz Nigg aus Buchs (rechts), im Trogner Jagdzimmer. (Bild: Mea McGhee)

BUCHS. Der Buchser Heinz Nigg hat am 1. März das Amt des Jagdverwalters des Kantons Appenzell Ausserrhoden angetreten. Als Oberförster des Kantons Appenzell Ausserrhoden und als Jagdkommissionsmitglied – diese Funktionen übt er weiter aus – ist er vertraut mit dem Wald als Lebensraum des Wildes. Diesen gelte es zu pflegen. «Das Amt des Jagdverwalters ist ungefähr ein 20-Prozent-Job. Im Oberforstamt arbeitete ich bisher 100 Prozent. Wir konnten uns da nun umorganisieren, so dass ich reduziert als Oberförster arbeiten kann», sagt Heinz Nigg gegenüber dem W&O. Als Jagdverwalter ist Nigg unter anderem zuständig für die Einhaltung der Jagdgesetzgebung und das Erteilen von Jagdpatenten sowie das Anordnen von Sondermassnahmen. Ebenso fällt die kantonale Wildruhezone im Gebiet der Schwägalp in seinen Verantwortungsbereich. «Die Bevölkerung hat sich recht gut mit der Wildruhezone arrangiert. Wildhüter und Jagdaufseher stellen kaum Regelverstösse fest», sagt Nigg.

Die Jagd ist emotional

Er als Jagdverantwortlicher ist sich bewusst, dass die Thematik mit Wildtieren nicht immer konfliktfrei ist. «Die Jagd ist ein emotionales Thema.» Zum einen haben wir Grossraubwild in Appenzell, wie der Wolf und der Luchs, zum anderen bedeutet Jagd, dass eben Rehe oder andere Wildtiere getötet werden. Die Jäger bräuchten ein hohes Mass an Verantwortung, sie gehen schliesslich bewaffnet durch den Wald. «Passiert ein Unglück, bin ich es, der das mitteilen muss. Auch unpopuläre Entscheide, wie den Abschuss von Wölfen oder Luchsen müsste ich kommunizieren, wenn es soweit käme. Zudem bin ich verantwortlich, dass Personen, welche zu Schaden gekommen sind, zu ihrem Recht kommen», sagt Nigg. Auch könnte es vorkommen, dass wildernde Hunde geschossen werden müssen. Damit werde dem Hundebesitzer Leid zugefügt. Aber auf der anderen Seite muss man auch das Leid des Wildes sehen. Wird eine Rehgeiss gerissen, könnte ein Kitz alleine zurückbleiben und verenden. Trotzdem freue er sich natürlich, über die Pflanzen, Tiere und den Lebensraum im Wald verantwortlich zu sein. «In die Amtszeit meines Vorgängers fiel die Rückkehr des Wolfes. Dass während meiner Zeit als Jagdverwalter der Bär im Appenzellerland auftaucht, ist unwahrscheinlich.»

Jagd als Hobby und Beruf

Neben seinem Beruf als Oberförster und Jagdverwalter im Kanton Appenzell Ausserrhoden hält sich der Buchser Heinz Nigg privat auch oft im Wald und in der Natur auf. Seit 35 Jahren ist er Revierjäger in Grabs. Zudem ist Heinz Nigg Hundeobmann der Werdenberger Jägervereinigung. «Wir bilden an verschiedenen Orten im Werdenberg jeweils in den Frühlingsmonaten Jagdhunde aus», so Nigg. (ag/mc)

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