Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Ich habe gekämpft wie noch selten»

GRABS/ST. GALLEN. Regierungsrat Willi Haag, Vorsteher des Baudepartements, kann die Enttäuschung im Werdenberg über die Vergabe zweier Grossaufträge an ausserkantonale Unternehmen verstehen. Allerdings gibt er zu den Baumeisterarbeiten zu bedenken, dass die Zindel + Co.
Heini Schwendener

GRABS/ST. GALLEN. Regierungsrat Willi Haag, Vorsteher des Baudepartements, kann die Enttäuschung im Werdenberg über die Vergabe zweier Grossaufträge an ausserkantonale Unternehmen verstehen. Allerdings gibt er zu den Baumeisterarbeiten zu bedenken, dass die Zindel + Co. AG aus Maienfeld, die den Zuschlag erhalten hat, drei Unternehmen in unserem Kanton übernommen habe und auch viele St. Galler Arbeitnehmer beschäftige. Gemäss Auskunft der Zindel + Co. AG sind rund 100 Leute bei diesen St. Galler Tochtergesellschaften angestellt.

Beide Offerten, jene aus Maienfeld und jene der lokalen Arge, seien sehr gut gewesen, betont Willi Haag, letztlich hätten sie sich nur in zwei Punkten unterschieden, beide Male zu Ungunsten der lokalen Arge. «Gerade weil es so knapp war, habe ich mich gewunden. Und ich habe gekämpft wie noch selten», versichert der Regierungsrat. Er habe sogar der gesamten Regierung viel ausführlichere Unterlagen zur Verfügung gestellt als üblich. Der Entscheid, so Haag, habe aber nicht anders ausfallen können. An die Adresse der Kritiker sagt er: «Was erwarten sie denn, dass wir vorsätzlich bescheissen?» Vergabeentscheide müssten jederzeit aufgrund der vorgängig definierten Kriterien nachvollziehbar sein, sonst würden sie anfechtbar. Wenn die Regierung wegen zweifelhafter Entscheide ständig durch Rechtsverfahren zurückgepfiffen würde, wäre sie sehr schnell unglaubwürdig.

Insgesamt, so Willi Haag, sei darum der Ermessensspielraum bei Vergabeentscheiden nur sehr klein. Einen Heimvorteil für das einheimische Gewerbe gebe es im Submissionsverfahren nicht. Seit Jahren mit den immer gleichen Vorwürfen konfrontiert, sagt der Regierungsrat etwas genervt: «Einige scheinen dieses Verfahren, das wir ja erst seit 16 Jahren haben, noch nicht begriffen zu haben.»

Willi Haag gibt indes zu, dass zu viel Zeit bis zum Vergabeentscheid verstrichen sei. Dies wegen einer Verzögerung im Hochbauamt und nicht etwa aus politischem Kalkül. Kritiker meinen nämlich, der Entscheid sei bewusst bis nach den Regierungsratswahlen verzögert worden, weil die Vergabe an ausserkantonale Firmen wohl zu viel Staub aufgewirbelt hätte. «Ich musste ja gar nicht mehr wieder gewählt werden», enerviert sich Willi Haag, «dieser Vorwurf ist kompletter Unsinn.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.