Hoeness akzeptiert die Haftstrafe

Bayern-Boss Uli Hoeness ficht die Gefängnisstrafe von 31/2 Jahren nicht an und legt seine Ämter nieder. Hoeness-Biograph Bausenwein vermutet, dass der 62-Jährige die Affäre noch nicht ausgestanden hat.

Christoph Reichmuth/Berlin
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Uli Hoeness findet sich mit dem Urteil gegen ihn ab und legt seine Ämter beim FC Bayern München nieder. (Bild: ky/Stephan Jansen)

Uli Hoeness findet sich mit dem Urteil gegen ihn ab und legt seine Ämter beim FC Bayern München nieder. (Bild: ky/Stephan Jansen)

MÜNCHEN. Überraschende Wende im Fall Uli Hoeness: Der scheidende Bayern-Boss verzichtet darauf, das am Vortag gesprochene Verdikt von dreieinhalb Jahren Gefängnis anzufechten. «Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen», heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme Hoeness' auf der Homepage des FC Bayern München. «Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen stelle ich mich.»

Seine Ämter beim FC Bayern München hat Hoeness niedergelegt. Adidas-Chef Herbert Hainer ist als Nachfolger bis auf weiteres Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern AG.

Die Entscheidung von Uli Hoeness wurde gestern mit viel Zuspruch aufgenommen. Fans lassen ihren «Uli» hochleben, die Kanzlerin zollte ihm Respekt, der bayrische CSU-Ministerpräsident und Hoeness-Freund Horst Seehofer bezeichnete den ehemaligen Fussball-Profi als «Mensch mit Format».

Vorausgesetzt, die Staatsanwaltschaft, die eine Gefängnisstrafe von 51/2 Jahren gefordert hat, legt gegen das Urteil des Landgerichts München II ebenfalls keine Revision ein, wird Hoeness demnächst seine Haftstrafe antreten. Innerhalb der nächsten drei Monate dürfte der 62-Jährige, der Steuern in der Höhe von mindestens 28 Millionen Euro hinterzogen hat, Post von der Justiz mit der Aufforderung erhalten, sich bei der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Landsberg am Lech einzufinden.