Höhere Limite beim Durstlöschen

Ostschweizer Feuerwehrkommandanten begrüssen es, dass die Promillegrenze für Fahrer von Tanklöschfahrzeugen und Rüstfahrzeugen von 0,1 auf 0,5 angehoben werden soll. Die jetzige Regelung sei nicht praxistauglich, sagen sie.

Daniel Walt
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Fahrer von Tanklöschfahrzeugen dürfen in der Freizeit kaum Alkohol trinken, wenn sie die heute gültige Promillegrenze einhalten wollen. (Bild: Donato Caspari)

Fahrer von Tanklöschfahrzeugen dürfen in der Freizeit kaum Alkohol trinken, wenn sie die heute gültige Promillegrenze einhalten wollen. (Bild: Donato Caspari)

REGION/KANTON ST. GALLEN. Ein lauer Sommerabend, ein Grillfest, ein kühles Bierchen. Und dann der Alarm: Angehörige von Milizfeuerwehren müssen jederzeit damit rechnen, ausrücken zu müssen – und gegen das Gesetz zu verstossen, wenn sie sich mit mehr als 0,1 Promille Alkohol im Blut ans Steuer eines Tanklöschfahrzeugs setzen.

«Dieses Gesetz ist nicht praxistauglich», sagt Hans Schuhwerk, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Arbon. Er begrüsst es, dass der Bund nun eine Ausnahmeregelung für Angehörige freiwilliger Feuerwehren schaffen will. Fahrer von Tanklöschfahrzeugen, die unversehens zu einem Einsatz aufgeboten werden, sollen demnach wieder bis zu 0,5 Promille im Blut haben dürfen. «Vernünftig» nennt Schuhwerk die geplante Rückkehr zur früheren Praxis.

«Können uns das nicht leisten»

Auch Andreas Dobler, Kommandant des Sicherheitsverbundes Region Wil, begrüsst die geplante Gesetzesänderung. «Bei einer Promillegrenze von 0,1 dürfen unsere Feuerwehrangehörigen in ihrer Freizeit permanent kein einziges Gläschen trinken», sagt er. Das sei aber nicht realistisch. Dobler vermutet, dass sich viele Feuerwehrleute nicht bewusst sind, dass die Regelung für Fahrer von Tanklöschfahrzeugen seit 2014 gilt. Deshalb dürfte das Gesetz bis zu einem gewissen Grad toter Buchstabe sein, zumal es in der Praxis kaum vorkommt, dass Polizisten bei Feuerwehr-Fahrern einen Alkoholtest vornehmen.

Für Dobler steht fest: «Wir können es uns nicht leisten, jene Feuerwehrleute zu verlieren, die privat nicht auf ein Gläschen verzichten wollen.» Daher begrüsst er eine Wiedereinführung der früheren Promillegrenze von 0,5. Und betont, bei Feuerwehrleuten handle es sich um verantwortungsbewusste Menschen, die sich schon anderweitig einschränkten, um ihren Dienst versehen zu können.