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HITZE: Eine heisse Angelegenheit

Die Notfallaufnahme des Spitals Grabs betreute bereits an den ersten richtig heissen Tagen im Jahr Personen, denen die hohen Temperaturen ernste Probleme bereiteten. Wer einige «Rezepte» beachtet, tut sich Gutes.
Mengia Albertin
So verlockend ein kühles Bier in der Hitze auch sein mag: Der Konsum von Alkohol kann die negativen Auswirkungen der Hitze auf den Körper verschlimmern. (Bild: Pixelio / www.foto-fine-art.de)

So verlockend ein kühles Bier in der Hitze auch sein mag: Der Konsum von Alkohol kann die negativen Auswirkungen der Hitze auf den Körper verschlimmern. (Bild: Pixelio / www.foto-fine-art.de)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Hitze ersetzt Piste: Im Winter halten Skiunfälle Ärzte und Spitäler auf Trab, im Sommer setzen vielen Menschen die hohen Temperaturen zu. Dies bestätigt der ärztliche Leiter der Zentralen Notaufnahme Spital Grabs, Dr. med. Jochen Steinbrenner. Während der ersten heissen Tage dieses Jahres kamen deutlich mehr Personen mit Symptomen in die Aufnahme, welche durch die Hitze erklärt werden können. Dazu gehören Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen und Erbrechen bis hin zur Ohnmacht. Im Umgang mit den wohltuenden Sonnenstrahlen ist also einiges zu beachten.

Körper heizt sich lebensbedrohlich auf

Die Praxis von Dr. med. Carmen Müntener in Buchs, wie auch die Praxis von Dr. med. Werner Sulser in Trübbach, haben an den ersten heissen Tagen noch nichts Auffallendes wegen der hohen Temperaturen festgestellt. Bei vielen Symptomen falle der Verdacht jedoch deutlich schneller auf die Hitze als Übeltäter.

Eine Diagnose kann von Sonnenstich über Erschöpfung und Hitzeohnmacht bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzschlag gehen. Die Ohnmacht entsteht oftmals durch zu langes Stehen in der Sonne. Im Schädel befindet sich dadurch zu wenig Blut. «Hitzschläge sind sehr selten, aber prekär. Es kommt dabei zu einem kompletten Verlust der Wärmeregulation», sagt Jochen Steinbrenner. Der Körper kann sich dabei auf bis zu vierzig Grad Celsius aufheizen.

Blutdruck sinkt und Flüssigkeit geht verloren

Zu den gefährdeten Gruppen für Komplikationen aufgrund der Hitze gehören ältere Personen, Erkrankte und kleine Kinder. Als Erkrankung reicht dabei eine Erkältung, welche den Kreislauf zusätzlich schwächt. Bei Kleinkindern ist der physiologische Regulationsmechanismus noch nicht ausgeprägt. Auch Menschen mit starkem Übergewicht können gefährdet sein. Der Körper ist grundsätzlich gut auf Temperaturschwankungen und somit auch Hitze vorbereitet. Die Temperaturregelung findet dabei in einer speziellen Region im Gehirn – dem Hypothalamus – statt. Bemerkt dieser eine Überschreitung eines Temperaturgrenzwerts, reagiert der Kreislauf unmittelbar: Die Blutgefässe weiten sich, und die Haut produziert Schweiss, um das System abzukühlen. Damit sinkt der Blutdruck, und der Körper verliert Flüssigkeit in Form von Schweiss. Diese Reaktion erklärt typische Symptome wie den Schwindel.

Steinbrenner sagt, der stetige Wetterwechsel der letzten Zeit sei grundsätzlich nicht problematisch. Weil die Temperaturunterschiede aber den Kreislauf beeinflussen, müssten ältere und anfällige Personen vorsichtig sein. Auch Saunagänge im Sommer sind kein Problem – sofern man sich nach dem Saunieren nicht an die pralle Sonne legt.

Wasser trinken bleibt Klassiker zur Vorbeugung

Bei wem sich erste Symptome abzeichnen oder ein Unwohlsein bei Hitzeaussetzung auftritt, der sollte einen Schattenplatz aufsuchen. Mit kühlen Lappen kann der Körper auf Normaltemperatur reguliert werden. Eine Erholungspause mit Flüssigkeitszufuhr wirkt oft Wunder. Wenn die Symptome stärker werden, es zu Erbrechen oder Bewusstseinsverlust kommt, sollte die Rettung alarmiert werden. Von sehr kaltem Duschen oder Baden und Trinken von eisgekühltem Wasser rät Steinbrenner ab: Die extreme Kühle überanstrengt manch überhitzen Körper und kann unter Umständen zum Kreislauf-Kollaps führen. Auch sollte nach längerer Hitze nicht unmittelbar die tiefste Temperatur der Klimaanlage im Auto gewählt werden.

Der Klassiker zur Vorbeugung ist und bleibt das Wassertrinken. Die Trinkmenge sei dabei sehr individuell. «Wichtig ist, dass kein Durstgefühl da ist», sagt Steinbrenner. Der ärztliche Leiter des Spitals Grabs betont, dass bei Hitze besonders Alkoholkonsum problematisch ist. Dieser weitet die Blutgefässe, und der Blutdruck sinkt zusätzlich. Dieses Problem wird aber vermutlich in Feriendestinationen wie Mallorca deutlich grösser sein als in der Region Werdenberg und Obertoggenburg.

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