«Hier sind die Arbeitstage länger»

Während zwei Wochen ist die finnische Automobilmechatronik-Lernende Pia Pekkarinen in der Kreuzberggarage Sax zu Besuch. Danach wird gewechselt; Lernende Barbara Vetsch fliegt nach Finnland.

Carmina Wälti
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Sie unterstützen sich gegenseitig: Pia Pekkarinen aus Finnland und Barbara Vetsch bei der Arbeit in der Kreuzberggarage Sax. Bild: Carmina Wälti

Sie unterstützen sich gegenseitig: Pia Pekkarinen aus Finnland und Barbara Vetsch bei der Arbeit in der Kreuzberggarage Sax. Bild: Carmina Wälti

Im Rahmen des Austauschprogrammes vom Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs und der Schule Tredu in Tampere tauschen insgesamt je fünf Automechatronik-Lernende aus Finnland und der Schweiz ihren Alltag. Zuerst waren die Finnen an der Reihe: Sie besuchten während 14 Tagen den regulären Fachunterricht im bzb und arbeiteten parallel dazu in einer Autogarage in der Region.

In der Kreuzberggarage in Sax war die Auszubildende Pia Pekkarinen untergebracht. Begleitet wurde sie dabei vom gesamten Team der Kreuzberggarage, besonders von ihrer «Patin» Barbara Vetsch, Automobilmechatronikerin im vierten Lehrjahr. Während ihres Aufenthalts lebte die Finnin bei der Familie Vetsch. Am 3. Oktober wird getauscht; dann fliegt Barbara Vetsch nach Finnland zur Familie von Pia Pekkarinen. Bei der Arbeit wurde ausschliesslich Englisch gesprochen. Gemäss Willi Heeb, Geschäftsleiter der Kreuzberggarage, war das kein Problem: «Auch wenn wir alle nicht perfekt Englisch sprechen, konnten wir uns gut verständigen.» Auch in der Schule unterrichteten die Lehrer extra auf Englisch.

Staatliche Lehrwerkstätten statt Ausbildungsbetrieb

Für Pia Pekkarinen ist vieles neu in der Schweiz. So erzählt sie dem W&O zum Beispiel, dass in Finnland das Putzen der Autos beim Service eher Nebensache ist. «Es überrascht mich, wie viel Wert hier auf die Sauberkeit der Autos gelegt wird.» Ausserdem seien die Arbeitstage hier länger als in ihrer Heimat.

Auch die Ausbildung kann man nicht miteinander vergleichen: Anders als in der Schweiz, wo die Auszubildenden wöchentlich vier Tage im Lehrbetrieb und ein Tag in der Berufsschule sind, lernen sie in Finnland ihr ganzes Geschick in einer staatlichen Lehrwerkstätte. Während drei Jahren absolvieren sie dort die berufliche Grundbildung. Sie sind also nicht bei einem Geschäft angestellt, sondern arbeiten in der Lehrwerkstätte und erhalten keinen Lohn. In diesen Schulräumlichkeiten ist jedoch eine Autowerkstatt eingebaut, in der die Auszubildenden den praktischen Teil ihrer Arbeit erlernen. Es sind aber keine gestellten Situationen, sondern es bringen Privatpersonen ihre Autos zur Reparatur vorbei.

Sightseeing für die Auszubildenden

Von der Landschaft, vor allem von den Bergen, ist Pia Pekkarinen beeindruckt. «Um den Lernenden aus Finnland etwas von der Schweiz zu zeigen, haben alle Beteiligten des Austauschprogrammes letzten Samstag einen Ausflug auf den Säntis gemacht», erzählt Barbara Vetsch. Zudem hätten die Austauschschüler auch unter der Woche immer etwas zusammen unternommen.