Heute an das Leben der Nachkommen denken

SENNWALD. Vor wenigen Monaten ist der erste Enkel von Josef Brusa geboren. Das erhöht die Priorität, mit der er an grundlegenden Lösungen für Gegenwartsfragen arbeitet. Schliesslich soll auch sein Enkel die Chance auf ein gutes Leben haben.

Adi Lippuner
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Firmengründer Josef Brusa mit dem elektrisch angetriebenen VW Golf, einem umgebauten Prototyp seiner Firma. (Bild: Adi Lippuner)

Firmengründer Josef Brusa mit dem elektrisch angetriebenen VW Golf, einem umgebauten Prototyp seiner Firma. (Bild: Adi Lippuner)

SENNWALD. Vor wenigen Monaten ist der erste Enkel von Josef Brusa geboren. Das erhöht die Priorität, mit der er an grundlegenden Lösungen für Gegenwartsfragen arbeitet. Schliesslich soll auch sein Enkel die Chance auf ein gutes Leben haben.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge stehen, seit der «Tour de Sol» vor 30 Jahren, für Josef Brusa im Mittelpunkt. Doch nicht nur in seiner Firma, auch privat ist ihm der sorgfältige Umgang mit Ressourcen ein wichtiges Anliegen. «Ich fahre seit Jahren mit einem Hybridauto, mein nächstes Fahrzeug wird aber ganz bestimmt ein rein elektrisch angetriebenes sein», so die klare Aussage.

Sein «Dach über dem Kopf», gebaut vor 20 Jahren, ist ein Haus mit passiver Sonnenenergienutzung und solarer Warmwasseraufbereitung. «Heute sind die Möglichkeiten beim Bau von Häusern wesentlich vielfältiger, vor 20 Jahren setzten wir auf die allerneueste Technik.» Schon damals sei klar gewesen, dass keine Ölheizung eingebaut werde. Sowohl privat als auch im Unternehmen wird daher mit Holz-Pellets geheizt.

Zukunftsfähiges Energiekonzept

Doch nicht nur bei der persönlichen Mobilität und im privaten Umfeld behält Josef Brusa den Ressourcenverbrauch im Auge. Auch in seinem Unternehmen sind bereits über zehn Prozent der insgesamt 120 Mitarbeitenden mit Elektrofahrzeugen unterwegs. «Wir wollen demnächst zusätzliche Ladestationen schaffen. Den Strom dazu erzeugen wir auf dem Dach eines Nachbarhauses. Und die Lernenden erhalten bei entsprechendem Arbeitsweg einen Elektro-Roller zur Verfügung gestellt.»

Diese Massnahmen sind für den Elektroauto-Pionier wichtige Mosaiksteine für ein zukunftsfähiges Energiekonzept. «Mein Enkel hat gute Chancen, die nächste Jahrhundertwende zu erleben. Wenn er mich in einigen Jahren fragen wird, wie die Welt dann aussehen könnte und was ich dazu beigetragen habe, will ich ihm eine gute Antwort geben können.»

Dazu gehöre auch, dass jeder Mann und jede Frau das persönliche Mobilitätsverhalten als Ganzes beurteilt. «Wer seine eigenen Jahreskilometer, inklusive seiner Flugreisen, zusammenzählt, stellt rasch fest, dass da deutlich mehr zusammenkommt als nur gerade die Autokilometer.» Das gleiche gelte auch für den Arbeitsweg. «Schon immer sind die Menschen zur Arbeit im Schnitt eine Stunde pro Tag unterwegs gewesen. Doch früher war es zu Fuss oder mit dem Velo, heute legt man mit dem Auto oder dem öV ganz andere Distanzen zurück. Die Distanzen sind das grössere Problem als die Wahl der Verkehrsmittel.»

Sinnvolles Mobility-Pricing

Das Mobilitätsverhalten könne nur durch ein sinnvolles Mobility-Pricing geändert werden. Im Klartext: Jeder Kilometer, egal ob mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Privatauto, muss Geld kosten. Josef Brusa ist deshalb auch ein Gegner der Autobahnvignette und der Halbtax- und Generalabonnemente, welche faktisch einen Mengenrabatt auf problematisches Verhalten bedeuten. «Nur mit einem neuen System, also der Verrechnung der Strassenbenützungsgebühr, der Parkgebühren und auch der Tarifierung im öffentlichen Verkehr kann die Verkehrsnachfrage und das Mobilitätsverhalten über das Portemonnaie beeinflusst werden.»

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