Heimat im Sonntagsgewand

Der Landschaftsfotograf Werner Legler lud zur Taufe seines neuen Kalenders ein. Der Buchser Kulturpreisträger schuf einmal mehr ein Werk, das auch nach Ablauf des Jahres 2016 begeistert.

Hansruedi Rohrer
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Werner Legler zeigt den neuen Landschaftskalender und die Monatsbilder auf einem Plakat vereint. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Werner Legler zeigt den neuen Landschaftskalender und die Monatsbilder auf einem Plakat vereint. (Bild: Hansruedi Rohrer)

BUCHS. Es waren Freunde des Berg- und Landschaftsfotografen Werner Legler, welche am Samstagabend im Buchser Seecafé die Vernissage für den neuen Bildkalender mit viel Gemütlichkeit erleben konnten. Werner Legler offenbarte dabei aber nicht nur sein grosses Können und sein waches Auge für die Bergfotografie, sondern er organisierte den Anlass in seiner perfekten Art. Dabei hat der Fotokünstler nichts von seiner Bescheidenheit verloren. Das macht ihn, so nebenbei gesagt, zu einem angenehmen Zeitgenossen. Die musikalische Untermalung der Kalendertaufe besorgten Pius Bamert und Niklaus Marugg. Und in Hansjakob Gabathuler, Jahrbuch-Redaktor, hatte Werner Legler für die Zuhörenden einen kompetenten Vernissage-Redner. Er brachte den Gästen mit humorvollen Worten die ausgestellten Kalenderbilder etwas näher. «Es sind Bilder aus unserer näheren Region, Bilder aus der Heimat», sagte Hansjakob Gabathuler. «Und die Aufnahmen zeigen unsere Heimat in ihrem Sonntagsgewand, und dieses Sonntagsgewand trägt sie für Werner wohl manchmal auch am Werktag.»

Neue Sichtweise

Das Altbekannte mit dem Blick von Werner Legler eröffne dem Betrachter dieses Alltägliche der Landschaft in einer ganz neuen Sichtweise, sagte der Referent. Diese Sichtweise würde alle am subjektiven Blick des Fotografen hinter der Kamera teilhaben lassen, und auch seine emotionale, gefühlsmässige Ebene: Ein Jahr in vier Jahreszeiten, in 12 Monaten, in 365 Tagen, und keiner sei wie der andere. Diesen Wechsel in der Intensität des Schönen mache uns Werner erlebbar. «Seine Werke sind schweigend entstanden.» Werners gestalterische Vielfältigkeit sei in dieser Beziehung wohl auch Teil seines Wesens, stets auf der Suche nach neuen Bildern, anderen Ausschnitten, nach dem noch besseren Blickwinkel.

Ein Suchender

Werner Legler sei ein Suchender, sagte der Redner weiter. «Er ist ein Mensch, der die Dinge hinterfragt, und dieser positive Charakterzug äussert sich auch in seinen Fotografien.» Vieles habe dieser Suchende bereits gefunden: innere Zufriedenheit, verstecktes Glück, Freude am Kleinen wie auch am Grossen und Bescheidenheit. Zum Kalender hat Werner Legler wieder eine kleine Broschüre herausgegeben, die seine Wanderungen in der Region nachvollziehen lässt. Der Künstler ist weiterhin stets auf der Suche nach begeisternden Landschaftsbildern. Auch wenn er am Samstag verlauten liess, dass er nun eine entsprechende schöpferische Pause einlegen wolle.