Haus für sinnvolle Beschäftigung

Das Einsatzprogramm Horetex bietet Arbeitslosen eine Beschäftigung und bildet sie weiter aus. Das Programm bietet den Arbeitslosen eine Hilfe bei der Stellensuche. Gut jeder dritte Arbeitslose findet dank Horetex eine Stelle.

Alexandra Gächter
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Das Einsatzprogramm Horetex sieht vor, dass sich Arbeitslose in einer Recycling-Werkstatt beschäftigen können. (Bild: pd)

Das Einsatzprogramm Horetex sieht vor, dass sich Arbeitslose in einer Recycling-Werkstatt beschäftigen können. (Bild: pd)

BUCHS. Im Haus Horetex in Buchs befindet sich eines von drei Einsatzprogrammen der Stiftung Business House, St. Gallen (siehe Kasten). Horetex setzt sich aus den Begriffen Holz, Recycling und Textil zusammen. Der Name ist Programm: Arbeitslose werken mit Holz und Textilien und sortieren recycelbare Materialien. Das Angebot richtet sich auch an schwer vermittelbare Personen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Um die 30 Menschen werden normalerweise im Haus Horetex in Buchs beschäftigt. «Zurzeit sind es wegen der angespannten Wirtschaftslage 40», sagt Marcel Frei, Mitglied der Geschäftsleitung der Stiftung Business House, St. Gallen.

Eine Tagesstruktur bieten

Vier Monate lang dürfen die Arbeitslosen bei Horetex beschäftigt werden. Vermittelt werden sie vom RAV. In diesen vier Monaten erhalten sie von der Versicherung Taggelder, aber keine zusätzliche Entschädigung von Horetex. «Unsere Aufgabe besteht darin, den Menschen eine Tagesstruktur und Beschäftigung zu bieten sowie ihnen Fachkompetenzen zu vermitteln.»

In drei Stufen zur neuen Stelle

Beim Projekt Horetex werden die Arbeitslosen 42,5 Stunden in der Woche beschäftigt. «Es ist einfacher, Menschen ins Erwerbsleben zurückführen, wenn sie sich bereits in einem Arbeitsprozess befinden. Arbeitslose benötigen eine Tagesstruktur und Tätigkeit», so Marcel Frei. Die Beschäftigung bilde bei Horetex die erste von drei Stufen. Diese drei Stufen werden benötigt, um erfolgreich in den Arbeitsmarkt reintegriert zu werden.

Weiter gilt es, die Vermittlungsfähigkeit der Erwerbslosen abzuklären und mittels Zielvorgaben zu verbessern. Gefördert werde auch die Selbstkompetenz. In der zweiten Stufe werden den Teilnehmern fachliche und handwerkliche Qualifizierungen angeeignet. «Wir vermitteln Fachkompetenzen, indem wir beispielsweise Deutsch-, PC-, Schweiss- und Staplerfahrerkurse anbieten», sagt Marcel Frei. Regelmässig wird bei Horetex zudem Allgemeinwissen vermittelt. Erste Hilfe, gesunde Ernährung, Steuererklärung und Haushaltsbudget sind Themen, welche dabei behandelt werden. Ebenfalls werden Bewerbungen geschrieben und Vorstellungsgespräche geprobt.

Personalberater hilft

Für ihre Arbeit erhalten die Arbeitslosen ein Arbeitszeugnis und für die belegten Kurse eine Bestätigung. In einer dritten Stufe wird versucht, für die Arbeitslosen eine passende Stelle zu finden. «Die Stiftung Business House hat einen eigenen Personalberater. Dieser hilft den Arbeitslosen, bei der Stellensuche», sagt Marcel Frei. Der Personalberater stehe mit verschiedenen Unternehmen in Kontakt und frage regelmässig nach Vakanzen.

«30 bis 40 Prozent finden innerhalb der viermonatigen Beschäftigungszeit eine Stelle», sagt Marcel Frei. Die Business-House-Stiftung hat es sich ausserdem zum Ziel gesetzt, Lobby für arbeitslose Menschen und ihre Anliegen zu sein. So werden die Arbeitslosen zum Beispiel im Umgang mit Ämtern beraten und wenn nötig unterstützt.