Hanfbauer verlangt vor Gericht einen Freispruch

ST. GALLEN. Ein Hanfbauer befindet sich seit Jahren im Clinch mit der Justiz. Gestern hat er vor dem Kantonsgericht St. Gallen einen Freispruch verlangt.

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ST. GALLEN. Ein Hanfbauer befindet sich seit Jahren im Clinch mit der Justiz. Gestern hat er vor dem Kantonsgericht St. Gallen einen Freispruch verlangt. Dem Toggenburger Bauern wird vorgeworfen, auf seinem Betrieb in den Jahren 2011 und 2012 Hanfpflanzen angebaut zu haben, deren Blüten einen THC-Gehalt von über 1,0 Prozent aufwiesen. Solcher Hanf gilt seit 2011 als Droge. Ausserdem habe er Hanfkissen aufbewahrt, deren Inhalt einen THC-Gehalt von 2,2 Prozent hatte.

Das Kreisgericht Toggenburg verurteilte den 47jährigen Schweizer deswegen im Dezember 2014 wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen. Ausserdem muss er Verfahrenskosten von 8520 Franken tragen. Gegen das Urteil legte der Beschuldigte Berufung ein.

Gestern stand der Hanfbauer vor dem Kantonsgericht St. Gallen und vertrat sich selbst. Er forderte einen Freispruch, die Verwertung der beschlagnahmten Hanfpflanzen und eine Entschädigung von 5200 Franken für den inzwischen verdorbenen Hanf.

Keine berauschende Wirkung

Der 47-Jährige führt den elterlichen Hof seit 25 Jahren, seit zehn Jahren baut er als Nischenprodukt Industriehanf an. Seit 2005 kämpft der Bauer gegen die Behörden. Im August 2013 bestätigte das Kantonsgericht einen Schuldspruch der Vorinstanz. Der Bauer soll damals 300 Hanfpflanzen mit einem hohen Gehalt an Cannabiswirkstoff verkauft haben, die als Drogen verwendet werden konnten.

«Ich baue keinen Drogenhanf an», sagte der Beschuldigte vor Gericht. Sein Industriehanf könne vielseitig verwendet werden, zum Beispiel für Sirup oder Hanfkissen. Er beliefere hauptsächlich die Getränkeherstellerin Thurella, welche die Blüten für Eistee verwende.

Auch wenn man grosse Mengen von seinem Industriehanf rauche, habe er keine berauschende Wirkung, sagte der Beschuldigte weiter. Im Schnitt enthalte heute Drogenhanf einen THC-Wert von 10 Prozent. Indoor-Gras kann weit über 20 Prozent aufweisen.

Hanfanbau wird verunmöglicht

Der Gehalt von Tetrahydrocannabinol (THC) in Faser- oder Industriehanf liege oft über dem Grenzwert. Dies könne von den Hanfbauern nicht beeinflusst werden. «Ziel des Bundesamtes für Gesundheit ist es, dass überhaupt kein Hanf mehr angebaut wird», sagte er.

Er hoffe, dass das Gericht in der Urteilsbegründung darauf eingehe, dass der bestehende Grenzwert nicht sachdienlich sei. (sda)