Häufiges «Pilzlen» schadet laut Experten nicht

REGION. Die Rheintaler Gemeinden von Rüthi bis Thal legen zurzeit das neue Pilzschutz-Reglement auf. Im Unterschied zu den Regionen Werdenberg, Sarganserland, See-Gaster und Toggenburg – hier gilt ein Sammelverbot vom 1. bis zum 10.

Hanspeter Thurnherr
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REGION. Die Rheintaler Gemeinden von Rüthi bis Thal legen zurzeit das neue Pilzschutz-Reglement auf. Im Unterschied zu den Regionen Werdenberg, Sarganserland, See-Gaster und Toggenburg – hier gilt ein Sammelverbot vom 1. bis zum 10. Tag jedes Monats und in den übrigen Tagen zwischen 20 Uhr und 8 Uhr –, ist im Rheintal heute das Sammeln am Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag verboten. Dieses Verbot soll nun fallen.

Der Grund: Im angrenzenden Appenzell Inner- und Ausserrhoden dürfen Pilzler jeden Tag sammeln. Da die Grenzen zwischen dem Rheintal und dem Appenzellischen fliessend sind, herrscht eine Rechtsunsicherheit, die mit dem neuen Reglement beseitigt wird. Gleichzeitig wird auch die unterschiedliche Mengenregelung angeglichen. Im Rheintal darf heute pro Person und Tag gesamthaft 1 Kilogramm Steinpilze, Eierschwämme und Morcheln und dazu noch 2 kg übrige Speisepilze gesammelt werden.

Neu werden es nur noch 2 kg sein – wie auch in den übrigen kantonalen Gebieten, welche Pilzvorschriften kennen. Denn vor allem im unteren Toggenburg, im Fürstenland, in den Kreisen See, St. Gallen und Rorschach kennen praktisch alle Gemeinden keine Pilzvorschriften.

Pilzsammel-Sperrzeiten wurden ursprünglich eingeführt, um das Ausrotten der Pilze durch übermässiges Sammeln zu verhindern. Doch heute gehen Experten davon aus, dass häufigere Ernten den Pilzen nicht schaden. Auch Notta Tischhauser, zuständige Pilzkontrolleurin im Werdenberg, weiss aus ihrer Erfahrung, dass Pilze auch nach 20, 25 Jahren plötzlich wieder auftauchen können.

Eine Änderung der Reglemente scheint allerdings zurzeit im Werdenberg nicht aktuell. «Das ist kein Thema», sagt Werner Hefti, der Grabser Gemeinderatsschreiber. Ohnehin seien die Pilzsammel-Sperrzeiten für das Wild – das durch die Sammler gestört werden kann – wichtiger als für die Pilze.