HAAG: Verständlich, aber gefährlich

Eine 29-jährige Frau ist auf der A13 verunfallt, weil sie Enten auswich. Die Polizei weist auf die Gefahr von abruptem Ausweichen oder einer Vollbremsung auf der Autobahn hin.

Thomas Schwizer
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Die fünf Entenküken schliefen dicht zusammengekuschelt auf dem Polizeipulli. (Bild: Kapo SG)

Die fünf Entenküken schliefen dicht zusammengekuschelt auf dem Polizeipulli. (Bild: Kapo SG)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Eines vorweg: Wohl auch dank des Ausweichmanövers der Lenkerin konnten fünf Küken gerettet werden. Beim Unfall entstand aber am Auto und an der Mittelleitplanke ein Sachschaden von rund 10000 Franken. Die Frau blieb zum Glück unverletzt.

Die Lenkerin erblickte am Montagabend auf der Fahrt von Buchs in Richtung Sennwald die Entenfamilie, die von rechts die Autobahn überquerte. Beim Ausweichen geriet das Auto jedoch auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern.

Für die Entenmutter und ein Küken kam jede Hilfe zu spät. Die Polizei sammelte fünf weitere Küken ein. Sie verbrachten die Nacht im Polizeistützpunkt Mels. Hier durften sie auf einem Polizeipulli schlafen, dicht aneinandergekuschelt und mit einem Teddybär. Am Morgen informierte die Polizei das kantonale Veterinäramt, das die Entlein zur ­Obhut in eine Tierauffangstelle brachte.

Abruptes Ausweichen ist gefährlich

Grundsätzlich zeigt Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St. Gallen Verständnis für die spontane Ausweichreaktion der Lenkerin. Generell gelte allerdings, dass die Geschwindigkeit so gewählt werden muss, um auch bei unerwarteten Hindernissen rechtzeitig anhalten zu können. «Voll auf die Bremse stehen oder abrupt ausweichen ist sehr gefährlich», hält er fest. Das habe sich auch in diesem Fall gezeigt. Die Gefahr, dadurch sich selbst und andere zu gefährden, sei besonders bei den Geschwindigkeiten auf der Autobahn gross. Rezzoli will jedoch die Lenkerin nicht explizit kritisieren. Die Staatsanwaltschaft müsse nach der Meldung durch die Polizei entscheiden, ob sie wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs belangt werden soll.

Der Polizeisprecher weist aber darauf hin, dass es aus dem Blickwinkel der Verkehrssicherheit sicher sinnvoller gewesen wäre, nicht auszuweichen.