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HAAG: Eine fast normale Firma

Seit zehn Jahren bietet die Dock Gruppe AG Langzeitarbeitslosen ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt. Das Dock Buchs gibt es seit 2010, vor vier Jahren zog es nach Haag um. Heute wird dort ein Jubiläum gefeiert.
Corinne Hanselmann

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Teilchen für Teilchen nehmen die Angestellten des Dock in die Hand, montieren weitere dazu und legen sie in einen Karton. Andere Mitarbeiter wägen die Kunststoffteile, verpacken sie und stellen Lieferscheine aus.

Die rund 90 Angestellten waren alle Langzeitarbeitslose, die hier eine neue Arbeit gefunden haben. «Diese Anstellung bietet ihnen eine Tagesstruktur und ermöglicht wichtige soziale Kontakte. Die meisten kommen gerne arbeiten», sagt Ruedi Saluz, Betriebsleiter des Dock Buchs, das früher im alten Postgebäude in Buchs einquartiert war und 2013 nach Haag umgezogen ist.

«Wir verlangen Preise wie in Polen»

Manuelle Arbeiten, die in der Schweiz nicht mehr kosten­deckend ausgeführt werden können, sind das Haupttätigkeitsfeld. «Wir verlangen für die Aufträge Preise wie in Polen», sagt Lynn Blattmann, COO der Dock Gruppe AG mit zwölf Standorten in der Ostschweiz. Die Sozial­firma ist wie eine normale Firma aufgebaut und funktioniert fast genauso. Das oberste Ziel: den Arbeitslosen helfen. Die meisten Dock Angestellten arbeiten in einem Teilzeit-Pensum von 50 bis 80 Prozent. «Von null auf hundert funktioniert nicht, wenn jemand monate- oder jahrelang arbeitslos war», so Saluz. Wenn die Mitarbeiter eine Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt finden, können sie von heute auf morgen wechseln – ohne Kündigungs­fristen einzuhalten.

Manche Angestellten arbeiten hier schon, seit es das Dock Buchs gibt, andere sind erst seit wenigen Monaten hier. Der Lohn wird mit der Sozialhilfe verrechnet, 150 Franken dürfen sie behalten.

Das Dock in Haag sucht Arbeit

Die Globalisierung macht auch vor der Sozialfirma nicht Halt. «Wir werden bald die Aufträge eines Grosskunden verlieren», sagt Blatt­mann. Ein langjähriger Kunde wird den Teil der Produktion, bei dem das Dock Buchs in Haag stark eingebunden ist, ins Ausland verlagern. Man betreibe deshalb zurzeit Akquise bei Unternehmen in der Region. Die Chefin ist zuversichtlich. Die Dock Gruppe geniesse einen guten Ruf. «Aber man muss mit den Firmen reden, um an Aufträge zu kommen.»

«Wir schaffen eine Win-win-Situation für alle», ist Blattmann überzeugt. Die Dock Gruppe bringe allen etwas: der Industrie, weil der Partner Deutsch spricht, die Arbeiten ganz in der Nähe ausführt werden und lange Transportwege entfallen; dem Staat, weil die Dock Gruppe die wichtige Inte­gration von Langzeitarbeitslosen übernehme; und den Arbeitnehmern, weil sie so in einer fast normalen Firma arbeiten können. Da es die Stiftung für Arbeit St. Gallen, deren Tochterfirma die Dock Gruppe ist, seit 20 Jahren und die Dock Gruppe seit 10 Jahren gibt, wird heute Abend im Dock in Haag das Jubiläum ge­feiert mit Angestellten, Kunden und Behörden. «Wir möchten Leute an einen Tisch bringen, die sonst kaum aufeinandertreffen würden», so Blattmann.11

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