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Gute Ratschläge im Nachhinein

Der Fall des rechtsradikalen Konzerts im Toggenburg füllt immer noch täglich die Zeitungsspalten. Zahlreiche Dinge, die nach Ansicht von Besserwissern angeblich hätten verhindert oder getan werden müssen.
Josef Dudli Bogenstrasse 3, Werdenberg

Der Fall des rechtsradikalen Konzerts im Toggenburg füllt immer noch täglich die Zeitungsspalten. Zahlreiche Dinge, die nach Ansicht von Besserwissern angeblich hätten verhindert oder getan werden müssen. Breite Einigkeit herrscht wohl darin, dass wir auf diese Art «Tourismus» in Zukunft gerne verzichten können. Und angesichts der gemachten Erfahrungen dürfte es wohl nicht unmöglich sein, künftig in der Ostschweiz ein breites Frühwarndispositiv aufzuziehen, um die Organisation solcher schrägen Anlässe schon frühzeitig zu erkennen und im Keime zu ersticken. Da bin ich optimistisch, dass dies gelingen wird.

Damit ist aber der Konsens schon zu Ende. Die Besserwisser, die der Polizei rückwirkend vorwerfen, sie hätte diese Versammlung von einigen tausend Leuten noch am Samstag auflösen sollen, sind schlicht nicht ernst zu nehmen. Und es ist auch nicht akzeptabel, die Polizei für ihre Aussage, dass das Ganze zum Glück friedlich, gewaltlos, ohne Schäden und ohne Verletzte über die Bühne ging, zu tadeln. Die vornehme Hauptaufgabe der Polizei ist der Schutz der Bevölkerung, und dies wurde erfüllt. Keine Personen kamen zu Schaden, und keine Sachwerte wurden zerstört. Das ist immerhin etwas, und der Polizei dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als diese braunen Horden wieder weg waren. Und der innerhalb dieses Anlasses verbreitete ideologische Müll traf keine unschuldigen Dritten, sondern traf nur diejenigen, die freiwillig dort waren.

Bleibt noch der letzte Vorwurf. Die Polizei hätte Film- und Tonaufnahmen machen sollen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, das zu bewerkstelligen, was hätte das gebracht? Schweizer Strafverfolgungsbehörden und Gerichte hätten in zahlreichen Arbeitsstunden während Monaten oder Jahren sich mit Leuten herumschlagen müssen, die gar nicht bei uns leben, sondern in Deutschland ihren Wohnsitz haben. Sie hätten Aussagen finden müssen, welche ganz konkret gegen unser Antirassismusgesetz verstossen, was nicht so einfach ist. Denn noch lange nicht jeder saloppe Spruch, wie toll es doch angeblich im Dritten Reich war, gehört unter diese Strafnorm. Der nach jahrelangem gerichtlichen Tauziehen freigesprochene türkische Leugner des Völkermordes an den Armeniern lässt grüssen. (Dabei ist genau Leugnung von Völkermord ganz konkret in unserer Strafnorm drin!) Zusätzlich zu den schweizerischen Gerichtskosten musste die Schweiz dem Täter noch eine hohe Parteientschädigung auszahlen. Und eine Wiederholung eines solchen Urteils wäre dann der tatsächliche Skandal!

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