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Gute Lehrlinge sind rar

Die Schülerzahlen gehen zurück, und immer mehr besuchen die Kanti. Als Folge davon bekunden die Gemeindeverwaltungen Mühe, geeignete Lehrlinge zu finden. Allen voran Wartau.
Alexandra Gächter
Über ein halbes Jahr war die vakante Lehrstelle bei der Gemeindeverwaltung Wartau ausgeschrieben. In den nächsten Tagen wird nun der Vertrag unter Dach und Fach gebracht. (Bild: pd)

Über ein halbes Jahr war die vakante Lehrstelle bei der Gemeindeverwaltung Wartau ausgeschrieben. In den nächsten Tagen wird nun der Vertrag unter Dach und Fach gebracht. (Bild: pd)

AZMOOS/REGION. Seit August 2015 sucht die Gemeinde Wartau zwei Lernende für ihre Verwaltung. Eine angehende Kauffrau aus Sevelen wurde bereits gefunden. Die zweite Stelle kann die Gemeinde wahrscheinlich in den nächsten Tagen vergeben. Die entsprechenden Gespräche laufen. Lehrlingsverantwortliche Eliane Wüst bestätigt gegenüber dem W&O, dass es sehr schwierig war, zwei geeignete Lehrlinge zu finden. «Wir müssen seit einigen Jahren sogar ein zweites Inserat schalten.»

Fast ein Drittel weniger

Die Auswahlkriterien sind aber nicht strenger geworden. Im Gegenteil. Bewerber aus Wartau werden zwar bevorzugt, seit längerem werden aber auch Auswärtige angestellt. Aktuell ist sogar nur einer von sechs Lehrlingen aus der Gemeinde Wartau. Die anderen wohnen in Sennwald, Buchs, Sevelen oder Bad Ragaz. Obwohl die Anforderungen für Kaufleute stetig steigen, gibt die Gemeinde Wartau mittlerweile auch Realschülern die Chance, die Lehre im E-Profil zu absolvieren. «Der Lehrling muss aber sehr gute Sprachnoten haben, sehr taff sein, Biss haben und bereit sein, viel zu lernen», sagt Wüst. Gemäss dem Kaufmännischen Verband Ostschweiz ist die Lehre als Kaufmann/Kauffrau immer noch sehr beliebt. Jedoch sinken kantonsweit wegen der tiefen Geburtenrate Ende der Neunziger die Schülerzahlen. Als Folge dessen meldeten sich im Jahr 2015 kantonsweit nur 626 zur Lehrabschlussprüfung des E-Profils an. 2010 waren es noch 900.

Unbestritten ist auch, dass heutzutage die meisten guten Sekundarschüler weiterführende Schulen besuchen. In Gams beispielsweise bestanden 8 von 19 Schülern der 2. Sek die Kantiprüfung. Nur 11 Schüler wechseln diesen Sommer in die 3. Sek. Von dort aus werden erfahrungsgemäss noch einmal vereinzelte die Kanti- oder eine Mittelschulprüfung bestehen. Dieses Jahr waren es in Gams 9 Schüler, welche in der 3. Sekundarklasse eine Prüfung zu einer weiterführenden Schule bestanden. Dennoch konnte die Gemeinde Gams ihre freie Lehrstelle gut besetzen. Die Gemeinden Sennwald und Grabs haben ihre Lehrlinge ebenfalls bereits gefunden. Lehrlingsverantwortliche Andrea Vetsch sagt, dass auch die Gemeinde Sennwald um die guten Schulabgänger kämpfen muss. Bewarben sich früher in Sennwald noch um die 17 Schüler auf eine freie Stelle, seien es heute 10 weniger.

Folglich werden weniger Lehrstellen angeboten. Die Gemeinde Sennwald reduzierte von 6 auf 4 Lehrlinge, die Gemeinde Grabs von 7 auf 6.

Hätte Wartau nicht doch einen zweiten Lehrling gefunden, hätte auch sie gezwungenermassen die Lehrlingszahl von 6 auf 5 reduziert. «Wir müssen ja nicht auf Biegen und Brechen jedes Jahr zwei Lehrlinge anstellen», sagt Wüst.

Arbeitsweg umständlicher

Wieso aber hat Wartau bei der Lehrlingsrekrutierung noch mehr Probleme als die anderen? Das könnte am Arbeitsweg liegen. Das Rathaus in Azmoos ist nicht zu jeder Zeit bequem mit dem Bus erreichbar. «Viele Schulabgänger sind nicht mobil und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Der Bus fährt aber nur bis Trübbach. Also müssen die Lehrlinge zu Fuss zum Rathaus gehen», so Wüst.

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