«Grünes Licht» für Windturbine

Der «Gamplüt»-Besitzer brauchte während Jahren Geduld, investierte viel Zeit in zähe Verhandlungen und musste Rückschläge einstecken. Doch nun wird sein Windrad-Projekt umgesetzt. Die Turbine dreht sich vielleicht Ende Oktober.

Adi Lippuner
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So soll, gemäss Angabe des Erbauers Hans Wepfer, die Windturbine auf Gamplüt aussehen. (Bild: pd)

So soll, gemäss Angabe des Erbauers Hans Wepfer, die Windturbine auf Gamplüt aussehen. (Bild: pd)

WILDHAUS. Der Solarantrieb für die Privatbahn Gamplüt hat sich bewährt. Doch wenn die Sonne nicht scheint, bläst meist der Wind auf der Wildhauser Sonnenterrasse. Diese Tatsache hat den Besitzer und Betriebsleiter der Gamplütbahn und des Berggasthauses veranlasst, eine Windturbine zu planen. «Wenn ich zu Beginn gewusst hätte, wie lange es bis zur Realisierung dauert, hätte ich vermutlich die Finger von diesen Plänen gelassen», blickt Peter Koller auf die letzten Jahre zurück.

Wirkungsgrad erhöht

Doch nun scheint Licht am Ende eines langen Tunnels. «Nach über fünf Jahren Verhandlungen dürfen wir endlich einen Erfolg verzeichnen. Sämtliche Einsprachen und auch der Rekurs des Heimatschutzes St. Gallen-Appenzell sind bereinigt und dem Bau steht nun nichts mehr im Weg», freuen sich Lina und Peter Koller. Und in der Tat: Eine Anfrage bei Hans Wepfer von Wepfer Turbinen in Andelfingen bestätigt, dass sich das Turbinenmodell für Gamplüt im Bau befindet.

«Es ist gelungen, den Wirkungsgrad der Turbinenflügel nochmals zu erhöhen», freut sich Hans Wepfer. Allerdings werde nun, nach der erneuten technischen Überarbeitung des Modells die Zeit äusserst knapp, wenn die Turbine Ende Oktober auf Gamplüt Strom produzieren soll. Bezüglich Leistung war zu erfahren: Installiert sind 80 Kilowatt pro Stunde, in Verbindung mit dem neuartigen Rotor wird diese Turbine Wirkungsgrade erreichen, die so noch nicht bekannt sind. Deshalb können wir Details erst bekanntgeben, wenn die Turbine in Betrieb sein wird.»

Hoher Stellenwert für Gamplüt

Thomas Grob, Präsident Energietal Toggenburg, sagt zur Bedeutung der Windkraft im Toggenburg: «Im Moment hat die Windkraft keine grosse Bedeutung im Tal. Aufgrund der technologischen Entwicklung zeichnet sich aber ab, dass dies in den kommenden Jahren ändern könnte. Entsprechend werden erste Abklärungen für mögliche Projekte getroffen. Wichtig ist zurzeit die auf kantonaler Ebene in Arbeit stehende Untersuchung über das Windpotenzial. Sie wird Auskunft geben, wo gute Standorte vorhanden sind.»

Und zum Stellenwert der Windturbine auf Gamplüt äusserte sich Thomas Grob wie folgt: «Das Windrad Gamplüt hat einerseits einen hohen Stellenwert für das Gamplüt selber. Es entsteht ein Vorzeigeobjekt mit Ausstrahlung für die ganze Region. Peter Koller hat die Anlagen mit Gebäudesanierungen und der Produktion von erneuerbarer Energie zu einem nachhaltigen Ausflugsort entwickelt. Zudem kann mit dem Windrad aufgezeigt werden, dass die Landschaftsverträglichkeit von Windenergie durchaus gegeben ist.»

Dritte Anlage im Bau

Bezüglich Windenergie ist das Toggenburg zwar nicht ein weisser Fleck auf der Energie-Landkarte, aber so richtig in Schwung kommt diese Form der Stromproduktion nicht. Bisher hat der Elektroingenieur Walter Büchi in Oberhelfenschwil im Jahr 2000 den Bau eines Leichtwindrads mit einem Rotordurchmesser von 13 Metern realisiert. Jährlich werden dort rund 6000 Kilowattstunden Strom produziert. Bei Köbi Knaus Junior in Unterwasser dreht sich ein selbst gebautes Windrad. Diese Energie wird für die Melkanlage, Licht und den Betrieb des Kühlschranks genutzt.

Und nun der neue Meilenstein auf Gamplüt: «Wir sind alle gespannt, welche Leistungen die neuartige Turbine tatsächlich bringen wird», sind sich Hans Wepfer und Peter Koller einig. Fest steht, die Windturbine kommt auf das bereits seit längerer Zeit bestehende Fundament, welches bei der Realisierung der neuen Toilettenanlagen und der Erteilung der ersten Baubewilligung erstellt wurde.

Peter Koller freut sich, dass auf dem seit längerer Zeit bestehenden Fundament nun endlich eine Windturbine zu stehen kommt. (Bild: Adi Lippuner)

Peter Koller freut sich, dass auf dem seit längerer Zeit bestehenden Fundament nun endlich eine Windturbine zu stehen kommt. (Bild: Adi Lippuner)