Gründung vor Technikfortschritt

Buchs Bei einem gemütlichen Jubiläumsabend der Bäuerinnen- und Landfrauenvereinigung Buchs-Räfis wurde Rückschau auf die letzten 75 Jahre gehalten. Vertreter verschiedener Behörden gratulierten.

Hansruedi Rohrer
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Im Kirchgemeindesaal Räfis feierten die Buchser und Räfiser Bäuerinnen und Landfrauen am Samstag bei einem gemütlichen, abendlichen Fest das 75jährige Bestehen ihrer Vereinigung. Diese wurde in der Zeit des Zweiten Weltkriegs gegründet, nämlich am 31. März 1941.

Marianne Eggenberger ist die sechste Präsidentin. Sie begrüsste die Mitglieder und die Kolleginnen benachbarter Landfrauenvereine herzlich und blickte mit witzigen Worten auf die damalige Zeit zurück. Die Geburtsjahre jener Bauersfrauen, welche zwischen 1900 und 1940 liegen würden, seien eben jene Jahre gewesen, die noch ganz anders waren. «Wir sind geboren worden, bevor das viele Technische entstand», rezitierte Marianne Eggenberger. «Emanzen gab es auch noch nicht, höchstens Hauswanzen; der Fortschritt hat uns manchmal etwas konfus gemacht, aber wir haben es überlebt.»

Die kargen Jahre noch miterlebt

Die Vereinigung hat noch neun Mitglieder, welche die kargen Jahre noch miterlebten. Als älteste am Jubiläumsabend anwesende Bauersfrau wurde Babeli Beusch (Jahrgang 1924) erwähnt. Sie trug denn auch ihr selbstverfasstes Dialektgedicht über die Anbauschlacht 1941 vor. Sie hat übrigens auch der Volksweise «Morge früeh, wenn d'Sunne lacht» einen neuen Text (bei gleicher Melodie) verliehen. Dieses und andere Lieder wurden am Abend gemeinsam gesungen. Früher sei gemäss alten Protokollen ja auch viel gesungen worden, erklärte die Präsidentin.

Als damaliger Zweck der Vereinigung waren die gegenseitige Aussprache, die Pflege der Freundschaft und Gemütlichkeit, die Hilfe untereinander, aber auch die Durchführung verschiedener hauswirtschaftlicher Kurse aufgeführt. Das ist auch heute noch im grossen und ganzen so.

Während des Nachtessens und auch zwischendurch sorgte das Musikduo Gabi Dörig und Daniel Schwendener für volkstümliche Unterhaltung. Mit einigen Bildern auf der Leinwand aus alten Zeiten wurde Rückschau gehalten und damit auch Erinnerungen hervorgeholt. Und etwas später traten die beiden jüngsten Vereinsmitglieder auf die Bühne und präsentierten einen Sketch ohne Worte, bei dem das ganz spezielle Schminken des Gesichts im Vordergrund stand und dabei die Lachmuskeln der Zuschauenden arg strapazierte.

Gratulationen von verschiedenen Seiten

Stadtrat Ludwig Altenburger gratulierte der Vereinigung zum Jubiläum und dankte dem Vorstand für die grosse Arbeit und das Engagement. 75 Jahre seien ja nicht ohne. Aus den alten Protokollen vernehme man ja einiges: «Auch für mich ist das sehr spannend.»

Ursula Good vom Kantonalen Bäuerinnenverband gratulierte den Buchserinnen und Räfiserinnen ebenfalls. «Wer vor 75 Jahren einen Verein gründete, ist mutig gewesen», sagte sie. Klar habe sich das Betätigungsfeld der Bäuerinnen verändert, wichtig seien jedoch immer noch der Austausch mit den Kolleginnen und die Weiterbildung. «Dieser Verein wurde in all den Jahren bestens geführt, sagte Ursula Good und überreichte der Präsidentin einen leckeren Biber mit Inschrift. Der Jubiläumsabend war rundum gelungen: einfach und gemütlich. Deshalb sassen etliche Mitglieder noch lange beisammen, obschon das Geburtstagsfest schon um 18 Uhr startete.