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Grosse mischen den Markt auf

Die Meinungen über die Folgen, welche neue Fitness-Center haben, gehen bei den Anbietern weit auseinander: Von «harter Preiskampf» bis zu «genügend Potenzial für Neue».
Hanspeter Thurnherr
Konkurrenzkampf dürfte härter werden: Immer mehr Fitness-Anbieter buhlen in Buchs um Kundschaft. (Bild: Reto Martin)

Konkurrenzkampf dürfte härter werden: Immer mehr Fitness-Anbieter buhlen in Buchs um Kundschaft. (Bild: Reto Martin)

Christian Billinger, der Ende Oktober in Nikis Möbelhalle das Athletic Gym 24 eröffnet, ist überzeugt, dass er mit seinem Konzept traditionellen Fitness-Centern nur jene Kundschaft wegnimmt, «die wissen, wie man selbständig trainieren muss» (siehe Frontseite). Für ihn sind in den meisten Centern die Preise zu hoch und zu wenig Fachwissen vorhanden. «Worin besteht denn die Betreuung? Zumeist sitzt doch der Trainer an der Theke und wagt doch nicht, die Kundschaft bei den Übungen zu korrigieren», bringt er seine Beobachtungen auf den Punkt. Deshalb setzt er auf «vernünftige Preise, 24 Stunden offen, qualitativ beste Geräte und jahrzehntelange Erfahrung in allen Bereichen.»

«Genügend Potenzial für Neue»

Seit Oktober vergangenen Jahres ist das MFit Fitnesscenter an der Heldaustrasse 26 geöffnet. «Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Unsere Erwartungen wurden übertroffen», antwortet Natalie Brägger auf eine entsprechende Frage. Gefragt seien nach wie vor Krafttraining an Geräten und an freien Gewichten, zunehmend auch funktionelles Training und Herz-Kreislauf-Training. «Bei den Gruppenkursen erfreuen sich Klassiker wie Bodypump und Bodytoning grosser Beliebtheit.» Die Expansion der Migros-Tochter sei für Buchser Kunden von Vorteil, da mit einem Abo an allen MFit-Standorten trainiert werden könne. In der wachsenden Konkurrenz sieht MFit nichts Negatives: Sie werde sich positiv auf die Qualität der verschiedenen Angebote auswirken.

Die Update Fitness AG, die in der Ostschweiz 23 Zentren betreibt und mehrheitlich Coop gehört, sah Buchs schon länger als Standort, «wo wir gerne hingehen würden», sagt Geschäftsführer Michael Ammann. Als Ewald Pernet vom Trainings-Center Buchs eine Nachfolgeregelung suchte, nutzte Update diese Möglichkeit. Nach Altstätten, wo im Dezember eröffnet wird, und Heerbrugg liege Buchs auf der Hand. Ammann verdeutlicht, dass Update kein neuer Konkurrent sei, sondern ein bestehendes Fitness-Center übernahm. Trotzdem ist er überzeugt, dass der Markt genügend Potenzial für Neue hergibt. «Billinger als Beispiel deckt einen anderen Markt ab. Auch bei anderen gilt: Jeder bearbeitet sein Segment.» Es gebe andere Orte, wo es enger sei. Bei Update in Buchs seien die Zahlen der ersten Wochen sehr gut. Viele Kunden seien dem Center treu geblieben, auch weil der grösste Teil des Teams weiterarbeite. Dazu komme, dass bei gleichem Angebot die Preise sanken.

Gar nicht erfreut über die wachsende Zahl an Konkurrenten ist Andreas Enggist, Geschäftsinhaber von Enggist AG Therapie & Fitness. «Niemand soll mir erzählen, dass er es nicht spürt. Wir haben schlicht nicht das Potenzial an Kunden für weitere Anbieter.» Er belegt dies mit harten Fakten: «Erhebungen des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbandes zeigen, dass es pro Quadratmeter Fitness-Fläche ein Jahresabo braucht. Bei über 6000 Quadratmetern Angebot in Buchs müssten also über 6000 der gut 12 000 Einwohner ein Abo lösen.» Gemäss Verband trainieren aber «nur» 16 Prozent der Schweizer Bevölkerung in einem Fitness-Center.

«Letztlich ein Katz- und-Maus-Spiel»

Beim bestehenden Überangebot in Buchs werde die Schlacht nun über den Preis ausgetragen. Beispiele: MFit 890 Franken, Update 690 Franken. Enggist ist überzeugt, dass diese Anbieter in vielen ihrer Center mit roten Zahlen arbeiten. «Letztlich ist es ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Grossverteilern – und eine Machtdemonstration auf Kosten der Kleinen.» Angesichts der Schweizer Mietzinsen und Lohnstruktur heisse dies für traditionelle Anbieter: Kosten sparen und sich bei Dienstleistungen unterscheiden. «Wir können nur hoffen, mit unserer Kernkompetenz im Fitness- und Therapiebereich mit Qualität und als Nischenanbieter den Grossverteilern Paroli zu bieten», verdeutlicht Andreas Enggist, der seit 25 Jahren ein Therapie- und Fitnesscenter in Buchs führt.

Norbert Ebneter vom Fitin Fitnesscenter im Neuhof zieht ein Jahr nach Eröffnung des MFit eine positive Bilanz. «Unsere Zahlen sind stabil, die Besucherfrequenz höher als zuvor.» Fitin profitiere wohl von den starken Werbekampagnen von MFit und Update, welche neue Interessenten im regionalen Markt generiert hätten.

Zugleich habe Fitin sich zu einem modernen Gesundheitscenter weiterentwickelt. «Die Synergien zwischen Gesundheitsbehandlungen und Fitnesstraining ergänzen sich bei uns zunehmend gut», ergänzt Norbert Ebneter. «Die grossen Ketten sind zwar mit viel Kapital ausgestattet und können damit einen Standort nach dem anderen besetzen – der Kunde möchte jedoch eine gute Betreuung, Training mit Erfolg und eine angenehme Trainings-Atmosphäre», so Ebneter. Zusammen mit dem Workout-Center und dem Fitin Easy Center sei man nun breit aufgestellt. Ebneter ist überzeugt, «in der Summe das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt zu bieten».

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