Grenzgänger wie bisher besteuern

Das neue Doppelbesteuerungsabkommen mit Liechtenstein setzt auf das Ansässigkeitsprinzip. Die befürchteten hohen Steuerausfälle für Werdenberger Gemeinden sind somit vom Tisch. Die AHV–Renten werden nur noch einmal besteuert.

Heini Schwendener
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REGION. Am 2. Februar wurden die Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein abgeschlossen. Das Resultat ist zur grossen Zufriedenheit des Kantons St. Gallen, der Rheintaler und insbesondere der Werdenberger Gemeinden ausgefallen.

Zentral aus regionaler Sicht am neuen Abkommen ist, dass die Grenzgängerbesteuerung weiterhin im Ansässigkeitsstaat erfolgt. Liechtenstein wollte die Grenzgänger an der Quelle, also am Arbeitsort in Liechtenstein, besteuern. Es versprach sich davon Steuer-Mehreinnahmen von über 20 Millionen Franken pro Jahr. Geld, das dann natürlich in den Kassen der Rheintaler Gemeinden gefehlt hätte.

Freude bei Walter Müller

Neu geregelt wird auch die Besteuerung der AHV-Renten, und zwar ebenfalls nach dem Ansässigkeitsstaat des Empfängers. Damit wird die derzeit bestehende Doppelbesteuerung von AHV–Renten aus Liechtenstein beseitigt. Das heisst, Rentenbezüger in der Schweiz mit einer Rente aus Liechtenstein werden nach Inkrafttreten des neuen Abkommens ihre Rente nur noch in der Schweiz versteuern müssen. Dies war das Ziel der Motion «mit einem Doppelbesteuerungsabkommen mit Liechtenstein Doppelbesteuerung vermeiden», die FDP-Nationalrat Walter Müller aus Azmoos im Februar 2012 in Bern eingereicht hatte. Entsprechend gross ist seine Freude über das Resultat der langen Verhandlungen zwischen Bern und Vaduz.

Gut: «Riesige Erleichterung»

Der Buchser Stadtpräsident Daniel Gut verspürt eine «riesige Erleichterung» über das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Staaten. Diese kommt nicht von ungefähr: Im schlimmsten aller möglichen Fälle hätte Buchs mit Steuerausfällen von jährlich 5 Millionen Franken rechnen müssen, wären die Grenzgänger aus der Gemeinde an der Quelle, also in Liechtenstein, besteuert worden. Dass nun das Abkommen abgeschlossen werden konnte, bezeichnet Stadtpräsident Daniel Gut als «die beste Nachricht dieses Jahres». Auch die Region Sarganserland-Werdenberg liess sich gestern verlauten: «Die Gemeinden sind erleichtert über den Ausgang der Gespräche, was den gewachsenen, guten Beziehungen im funktionalen Raum Rheintal-Liechtenstein nur förderlich ist.» • DIE DRITTE

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