Gratis surfen am Bahnhof hat seinen Preis

Seit gestern surfen SBB-Kundinnen und -Kunden in St. Gallen und Rapperswil kostenlos im Internet. Bis Ende Jahr werde WLAN an 53 Bahnhöfen in der Schweiz zur Verfügung stehen, teilten die SBB mit.

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Seit gestern surfen SBB-Kundinnen und -Kunden in St. Gallen und Rapperswil kostenlos im Internet. Bis Ende Jahr werde WLAN an 53 Bahnhöfen in der Schweiz zur Verfügung stehen, teilten die SBB mit. In den Zügen setzen die Bundesbahnen auf Mobilfunk: Zusammen mit den Mobilfunkanbietern seien in über 98 Prozent der insgesamt 1000 Wagen des Fernverkehrs neue Signalverstärker eingebaut worden.

Auch in die 1700 Wagen der Regionalverkehrsflotte würden bis spätestens Ende 2020 Signalverstärker eingebaut. Für das Gratis-WiFi haben sich bis heute 250 000 Personen angemeldet. Nach einer einmaligen und einfachen Registrierung können sie an allen bereits ausgerüsteten Bahnhöfen surfen.

Wirklich gratis sei Surfen aber selten, warnt der «Tages-Anzeiger»: Wer etwa das kostenlose WLAN-Netz der Stadt St. Gallen nutze, erkläre sich bereit, telefonisch oder via SMS für Umfragen kontaktiert zu werden. Die Nutzerdaten würden anonymisiert gesammelt, um Statistiken zu erstellen. Andere Anbieter gingen noch weiter, auch die SBB. Wer deren WLAN-Netz nutze, zahle mit seinen Daten, warnt der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Martin Steiger. Damit könnten «umfangreiche Nutzungs- und Bewegungsprofile» erstellt werden. (red.)