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GRABS/LIECHTENSTEIN: Wegen Quellensteuer: Mitarbeiterin des Spitals Grabs muss jeden Franken zweimal umdrehen

Eine Mitarbeiterin des Spitals Grabs, wohnhaft in Liechtenstein, empört sich über die Quellensteuer, die sie seit Januar neu in der Schweiz zahlen muss. Das bringt sie in finanzielle Nöte.
Bettina Stahl-Frick
Mehrere Liechtensteiner sagen, wegen der Quellsteuer würden sie in finanzielle Not geraten. (Bild: Benjamin Manser)

Mehrere Liechtensteiner sagen, wegen der Quellsteuer würden sie in finanzielle Not geraten. (Bild: Benjamin Manser)

Bettina Stahl-Frick

redaktion@wundo.ch

«Es war ein Schock für mich, als ich vor ein paar Tagen meine Lohnabrechnung inklusive Quellensteuer-Abzüge gesehen habe», sagt Theresia Müller aus Triesen. Mit einem Leserbrief hat sie sich ans «Liechtensteiner Vaterland» gewendet. «Auch wenn es unangenehm ist, über die eigene finanzielle Situation zu sprechen, möchte ich das Wort ergreifen und auch für alle sprechen, die sich nicht trauen», sagt sie. Ihr Erwerb – und jener von rund 90 weiteren Betroffenen – ist seit Januar enorm geschrumpft, vor allem der von Alleinstehenden. Der Grund: Seit diesem Jahr müssen Arbeitnehmer, die in Liechtenstein wohnen und im Kanton St.Gallen bei öffentlich-rechtlichen Institutionen angestellt sind, ihre Quellensteuer in der Schweiz abgeben. Die Arbeitnehmer werden in verschiedene Kategorien eingestuft, von deren die Höhe der Quellensteuer abhängt. Dies hat Einkommensverluste von bis zu 20 Prozent zur Folge. Theresia Müller ist alleinstehend und hat keine Kinder. Ihr Abzug macht mehr als die Hälfte ihrer Monatsmiete aus, beklagt sie. Aufs Jahr hinaus gesehen arbeite sie zwei Monate alleine für die Quellensteuer.

Die Angst vor unvorhergesehenen Kosten

«Ich bin entzürnt und fühle mich betrogen», sagt Theresia Müller. Weshalb sie diese Steuer in der Schweiz zahlen müsse, sei für sie überhaupt nicht logisch. «Ich habe ja lediglich meinen Job in der Schweiz – das restliche Leben spielt sich in Liechtenstein ab.» Sie habe das Glück gehabt, dass ihr Vermieter ihr mit der Miete entgegenkomme.

Theresia Müller hat im Spital Grabs ein hundertprozentiges Arbeitspensum als Arztsekretärin. «Ich habe dabei meinen Traumjob gefunden und hoffe nicht, dass mich diese finanzielle Situation zu einer Kündigung zwingt.» Dies wäre sehr schmerzhaft. «Zum einen würde ich dann ein wunderbares Team verlieren und zum anderen habe ich vor drei Jahren viel in meine Ausbildung investiert.» Vor fast sieben Jahren hat sie sich mit 43 Jahren beruflich neu orientiert: Von ihrem Treuhand-Job sattelte die gebürtige Tirolerin auf den medizinischen Beruf um. Um ihre finanzielle Reserve nicht ganz aufzubrauchen, überlegt sie sich, zusätzlich am Wochenende noch kleinere Jobs anzunehmen. Nach dem Motto «Unverhofft kommt oft» hat Theresia Müller Angst vor unvorhergesehenen Kosten. Ausserdem bereiten ihr steigende Krankenkassenkosten oder Heizölpreise Sorgen. «Billiger wird heute ja nichts mehr.»

Sorgen hat auch Susanne Biderbost aus Schaan. Auch sie hat sich mit einem Leserbrief zu Wort gemeldet. Endlich habe sie es geschafft, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, und nun das. Vor etwas mehr als sechs Jahren wurde Susanne Biderbost auf ihrem Rennrad von einem Auto angefahren. Bis heute leidet sie unter den Folgen eines Schleudertraumas. Der Unfall hatte noch mehr Konsequenzen: Kurz vor ihrem 50. Lebensjahr verlor die Frau aus Schaan ihre Arbeitsstelle, was für sie einen grossen finanziellen Verlust bedeutete. Mit Glück und Beziehungen bekam sie ein Praktikum am IRM in St.Gallen und später eine Festanstellung. «Endlich bestritt ich meinen Lebensunterhalt wieder selber», schreibt sie kürzlich ihn ihrem Leserbrief im «Liechtensteiner Vaterland». Bis jetzt: «Dieser monatliche Abzug für die Quellensteuer bringt mich erneut in finanzielle Schwierigkeiten.»

Die Hoffnung ruht auf einer Interpellation

Mehrere Betroffene haben sich nun zusammengetan und eine Interpellation zuhanden des Landtags formuliert. Im Frühling wollen die Abgeordneten diese behandeln. Die beiden Frauen setzen viel Hoffnung in diese parlamentarische Anfrage. «Eine Lösung könnte beispielsweise sein, dass wir von dieser hohen Steuer nur die Hälfte bezahlen müssen», sagt Theresia Müller.

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