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GRABSERBERG: Bienenhaus ist Stein des Anstosses

Eine Überprüfung durch die zuständigen Stellen, die öffentliche Auflage, die Baubewilligung, Augenscheine, eine Begehung: Der Bienenwanderstand mit Schleuderraum im Zoggenboden bewegt bis heute.
Thomas Schwizer
Das Bienenwanderhaus im Jahr 2015 (links) und im November 2017: «Das Gebäude ... ist nicht zu beanstanden. Auch der Innenausbau deutet nicht auf die Nutzung als Ferienhaus hin», steht in der Aktennotiz einer Begehung im Juni 2017. (Bilder: Johannes Vetsch (links)/Gemeinde Grabs (rechts))

Das Bienenwanderhaus im Jahr 2015 (links) und im November 2017: «Das Gebäude ... ist nicht zu beanstanden. Auch der Innenausbau deutet nicht auf die Nutzung als Ferienhaus hin», steht in der Aktennotiz einer Begehung im Juni 2017. (Bilder: Johannes Vetsch (links)/Gemeinde Grabs (rechts))

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Johannes Vetsch, Natur- und Pflanzenschutzaufsteher der Gemeinde Grabs, hat sich von Anfang an gewehrt gegen die im November 2010 erteilte Baubewilligung für einen «Bienenwanderstand mit Schleuderraum» im Gebiet Zoggenboden am Grabserberg.

Er sei mehrfach mündlich und schriftlich bei den zuständigen Behörden vorstellig geworden, schreibt er in einem Leserbrief. Er spart in seinem Schreiben nicht mit Vorwürfen an die zuständigen Instanzen. Diese würden nicht einschreiten, obwohl in Zusammenhang mit der Baute einiges realisiert worden sei, das nicht Gegenstand der Bewilligung sei. Auf Anfrage des W&O konkretisiert Vetsch, dass das Gebäude seit dessen Bestehen kaum einmal als Bienenhaus genutzt worden sei und vom Ausbau her eher den Zweck eines Ferienhauses erfülle.

Realisierung des Baus dauerte recht lange Zeit

Das Wort «Bienenwanderstand» bedeute nicht, dass das Bienenhaus mobil sein müsse, führt Thomas Lippuner, Bauverwalter der Gemeinde Grabs, auf Anfrage des W&O aus. Er betont, dass der «Bienenwanderstand mit Schleuderraum», der im Gebiet Zoggenboden steht, der Baubewilligung entspreche. Sie wurde am 22. November 2010 erteilt, und auf Gesuch um ein Jahr verlängert. 2012 wurde mit dem Bau begonnen. Aufgrund sehr grosser Eigenleistungen durch die Bauherrschaft habe sich der Bau des Bienenhauses verzögert.

Nach der Erstellung der Fundamente musste zwischenzeitlich auch ein Baustopp verfügt werden, da die Aushubarbeiten zu massiv ausfielen. Nach einer Begehung vor Ort wurden die Parameter der Umgebungsanpassung festgelegt und der Baustopp konnte aufgehoben werden. Im Juni 2014 ist die Bauabnahme durch die Bauverwaltung der Gemeinde Grabs erfolgt. Die Fotovoltaikanlage sowie die Wetterstation waren zum Zeitpunkt der Bauabnahme noch nicht erstellt worden. Wieder dauerte es lange, bis wirklich alles fertiggestellt war, begleitet mit diversen Begehungen seitens der Gemeinde.

Ersatz für Bienenhaus im geschützten Moorgebiet

Der neue Bienenwanderstand ersetzte ein Jahrzehnte altes Bienenhaus, das zuvor in einer geschützten Ried-/Moorfläche im Kerngebiet für bedrohte Tierarten und Pflanzen gestanden hatte. Dort war keine Bewilligung für den Ersatzbau möglich, wie die Abklärungen ergaben. Das neue, bewilligte Bienenhaus steht gemäss Zonenplan in der Landwirtschaftszone, gleichzeitig im Randbereich des Kerngebietes für bedrohte Tierarten und Pflanzen gemäss der Schutzverordnung Berggebiet – aber nicht mehr im geschützten Ried/Moor.

Johannes Vetsch stellt fest, die Bewilligung sei mit irreführenden Angaben «erschlichen» worden. Der Grabser Bauverwalter Thomas Lippuner verweist auf das detaillierte Baugesuchsdossier, das Grundlage für die Bewilligung war. Dieses enthält neben dem genauen Grundriss des Gebäudes auch den Schleuderraum, eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung für die Honigschleuderanlage und Wetterstation sowie eben diese Meteomessanlage.

«Das Gebäude entspricht der Baubewilligung»

Im Juni 2017 fand nach verschiedenen Schreiben von Johannes Vetsch an die Gemeinde und den Kanton eine weitere Begehung beim Bienenhaus statt. Neben Vetsch selbst nahmen teil: der Besitzer des Gebäudes – er wohnt seit Sommer 2017 in Grabs, Christian Meienberger, Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell, ein Vertreter des kantonalen Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg), der Gemeindepräsident, der Bauverwalter und der Ratsschreiber von Grabs. Vetsch konnte seine Kritik äussern, die Fachleute gaben Auskunft.

In der Aktennotiz über diese Begehung ist ersichtlich: «Das Gebäude entspricht der seinerzeitigen Baubewilligung und ist nicht zu beanstanden. Auch der Innenausbau deutet nicht auf die Nutzung als Ferienhaus hin.» Die oberirdische Wasserleitung brauche es für das Schleudern, das sei besser als das Vergraben eines Wassertanks. Er müsse aber jeweils vor Winterbeginn durch den Besitzer entfernt werden. Das Abwasser vom Auswaschen des Schleuderstandes könne gemäss später erfolgter Abklärungen des Amtes für Umweltschutz im maximalen Umfang von 100 Litern pro Monat oberflächlich versickern, da es nicht mit Hilfsstoffen verschmutzt sei.

Der Vertreter von Pro Natura wird von Johannes Vetsch ebenfalls mit Kritik bedacht. Er verlangte, zahlreiche der um das Gebäude herum verlegten Gartenplatten müssten entfernt werden. Das sei inzwischen geschehen, stellte der Grabser Bauverwalter auf einem Kontrollgang im November 2017 fest.

Leserbriefschreiber fasst Anzeige ins Auge

Christian Meienberger von Pro Natura bekräftigt auf Anfrage des W&O, die Kontrolle vom Juni 2017 habe gezeigt, dass das Gebäude «nicht als Ferienhaus genutzt wird und auch nicht genutzt werden kann». So würden beispielsweise Schlafgelegenheiten fehlen. Ein Spülbecken für die Honigproduktion sei nicht verboten.

Johannes Vetsch bleibt trotz der gemeinsamen Begehung weiterhin überzeugt, dass die Bewilligung nicht rechtens war und das Gebäude nicht der Bewilligung entspricht. Er sagt, er überlege sich nun sogar eine Anzeige.

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