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GRABS: Unmögliches möglich machen

Vor drei Jahren hat das Lukashaus eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderung mit herausforderndem Verhalten etabliert. Einen ersten Begleitungserfolg kann diese Institution nun verzeichnen.
Heidy Beyeler
Fachmann Philipp Köstlin freut sich über den Erfolg mit dem Team der intensiven Begleit- und Pflegewohngruppe. (Bild: Heidy Beyeler)

Fachmann Philipp Köstlin freut sich über den Erfolg mit dem Team der intensiven Begleit- und Pflegewohngruppe. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Menschen mit schwerer Behinderung, die Gewalt gegen sich und andere ausüben, fordern ihre Begleitpersonen heraus. Menschen mit schwerer Behinderung, die Gewalt ausüben, werden zum Teil heute noch zwischen der Psychiatrie und verschiedenen Institutionen hin- und hergeschoben. In der Folge braucht es medikamentöse Massnahmen, eine Fixation im Bett und ein Einschliessen im Zimmer. Solche Menschen sprengen den Rahmen. Alle Beteiligten sind deshalb enorm herausgefordert.

So war es auch für zwei Männer mit Behinderung und einem Gewaltpotenzial, die schliesslich im Lukashaus einen Platz gefunden haben. In dieser Institution, die Menschen mit Behinderungen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bietet. Es wurde eine intensive Begleit- und Pflegewohngruppe (IWG) installiert, mit bedarfsorientierter Begleitung durch spezialisierte Fachleute.

Intensive Betreuung zahlt sich aus

Für aussergewöhnliche Menschen bedarf es aussergewöhn- licher Massnahmen. «Das Fixieren im Bett, zum Schutz von Menschen mit Behinderung, ist keine dauernde Lösung», sagt Hubert Hürlimann, Geschäfts-leiter Lukashaus. Er wandte sich an den Kanton mit dem Gesuch, vier Plätze anbieten zu dürfen – für herausfordernde Menschen mit Behinderung. Bewilligt wurden schliesslich zwei Plätze. Diese wurden umgesetzt und bieten seither für zwei Personen einen Platz mit mehr Lebens-qualität.

Durch die intensive Begleitung zeigt es sich nun: Es ist möglich, diesen Menschen ein erträglicheres Leben bieten zu können – Schritt für Schritt. Nach drei Jahren ist es gelungen, einem der beiden Männer mehr Freiheit als nur sein eigenes, reizarmes Zimmer zu bieten. Er kann sich nun innerhalb der IWG frei bewegen.

Die Freude der Begleitpersonen im Lukashaus ist verständlich, wenn man sich die wechselnden Heimerfahrungen des Betroffenen vor Augen hält, die seinem Aufenthalt in der Institution in Grabs voraus gegangen sind. «Für uns ist das ein Durchbruch», sagen die Begleitpersonen und Hubert Hürlimann übereinstimmend.

Jeder Schritt ist ein Gewinn

Für die Begleiter ist dieser Erfolg eine Bestätigung dafür, dass sie auf dem richtigen Weg sind mit ihrem Engagement und der bedarfsorientierten Begleitung. Erfolg ist hier nicht gleichzusetzen mit Erfolgen in unserer «normalen» Welt. Es sind kleine Schritte, die einen grossen Fortschritt bedeuten.

Der behinderte Mann hat gelernt, sein Leben selbstbestimmter und selbstständiger zu leben. Er kann beispielsweise in seinem Zimmer alleine essen, weil er das so möchte. Man hat ihm dafür einen Tisch ins Zimmer gestellt – direkt am Fenster mit Blick in die Natur hinaus. Das ist für ihn wichtig, wie er anlässlich eines Besuches zeigt. Zufrieden ist er auch, dass er in der Lukashaus-Werkstätte einer Arbeit nachgehen kann – selbstverständlich seinen Möglichkeiten entsprechend.

Für die Mitarbeiter ist die Begleitung von Menschen mit herausforderndem Verhalten anspruchsvoll. Sie erklären: «Wir versuchen mit einer bedarfsorientierten Haltung den Menschen ‹hinter› den gewalttätigen Ausbrüchen zu sehen. Das tun wir, indem wir Orientierung und Sicherheit vermitteln, um Gewalt (selbst- und fremdverletzende) wenn immer möglich zu verhindern. Wichtig ist auch, dass sie sich in einer reizarmen Umgebung bewegen können. Bei uns haben die beiden Männer, wenn man so will, ein festes Zuhause gefunden.» Auch wenn es etwas länger dauerte, bis sie ihrem «Zuhause» vertrauten und sich ein Erfolg einstellte.

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