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GRABS: «Tschou Winter, hoi Früelig»

Traditionell machen die Leute am Funkensonntag dem Winter mit Feuer den Garaus. Nach der kalten Jahreszeit freuen sich alle auf den Frühling, gefeiert wird schon vor dem meteorologischen Wechsel.
Adi Lippuner
Unter kundiger Anleitung können die Kinder am Freitagabend und Samstagvormittag ihre eigene «Faggla» bauen. (Bilder: Adi Lippuner)

Unter kundiger Anleitung können die Kinder am Freitagabend und Samstagvormittag ihre eigene «Faggla» bauen. (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@wundo.ch

Landauf, landab werden nach Mitte Februar Funken entzündet – ein traditioneller Brauch, um den Winter zu vertreiben. Auch die Grabser machen mit, gleich vier Funken gibt es auf ihrem Gemeindegebiet. Da ist einmal der grosse Haufen im Riet, dann die Funken Grist am Studnerberg, Jörler am Grabserberg und der kunstvoll aufgeschichtete auf Egeten, in der Nähe des Schlosses.

Während bei den drei erstgenannten der Verkehrsverein, respektive engagierte Männer mit einem Flair für die Funken die Hand im Spiel haben, ist es auf Egeten der Einwohnerverein Werdenberg. Für Heiri Vetsch, Präsident des Grabser Verkehrsvereins ist entscheidend, dass die Tradition, die er schon aus eigenen Kindertagen kennt, weiter geführt wird. «Aus diesem Grund bieten wir jeweils am Freitagabend und Samstagvormittag für Kinder die Möglichkeit, ihre eigenen Fagglen zu binden. Diese können dann am Sonntagabend entzündet werden.»

Kinder und Eltern sind mit Feuereifer dabei

Ein Augenschein beim «Faggla» binden am Samstagvormittag im Werkhof der Ortsgemeinde zeigte, dass Kinder, Eltern sowie die Helfer des Verkehrsvereins mit Feuereifer bei der Sache sind. Die Tannenholzstücke liegen in der richtigen Grösse bereit und lange Stecken warteten darauf, mit einer Fackel bestückt zu werden. Damit das Ganze auch problemlos entzündet werden kann, wird Holzwolle zwischen die Holzstücke gestopft. Und nicht zu vergessen: Der untere Teil des Steckens wird mit Hilfe von Schleifpapier bearbeitet, denn die zarten Kinderhände sollen kein raues Holz halten müssen.

Gut mit den selbst gebauten Fackeln ausgerüstet, konnte sich der Nachwuchs auf den Einsatz am Sonntagabend freuen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Feuer an den vier verschiedenen Orten entzündet. Das Ganze jeweils unter der Aufsicht von engagierten «Tätschmeistern». Im Riet ist dies Hans Sturzenegger, am Grabserberg Ueli Zogg, der Funken auf Grist wird von David Oswald und Ueli Eggenberger betreut, und die jeweils Verantwortlichen können wieder auf zuverlässige Helfer zählen.

Stiebende Funken und wärmendes Feuer

Was am Sonntagabend zählt, ist die Freude am Feuer, am Moment, wenn der Funken angezündet wird und der ganze Haufen immer stärker brennt. «Das ist unsere Art, dem Winter tschou zu sagen,» so der Kommentar eines Zuschauers im Riet. Kurz nach dem Anbrennen – und trotz des Hochnebels – stieben die Funken in die Höhe und schon bald explodiert die von Christoph Ritter geschaffene Figur auf dem Holzhaufen mit lautem Knall.

Wie es sich bei einem althergebrachten Brauch gehört, wird der bevorstehende Wechsel der Jahreszeit mit gemütlichem Beisammensein und einer Verpflegung für die beteiligten Kinder abgerundet. Und da kommt wieder der Verkehrsverein ins Spiel, sind es doch die dort Verantwortlichen, welche für das leibliche Wohl sorgen.

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