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GRABS: Spitalportal scheint gerettet

Das alte Spitalgebäude hat durchaus einen historischen Wert. Dennoch muss es dem Neubau Platz machen. Mindestens das Portal soll nun aber als Zeitzeuge erhalten bleiben. Die Abklärungen dazu laufen.
Katharina Rutz
Oberhalb der alten Eingangstüre ist der Stifter des «Schpitools», Paravizin Hilty, in goldenen Lettern verewigt. (Bild: Katharina Rutz)

Oberhalb der alten Eingangstüre ist der Stifter des «Schpitools», Paravizin Hilty, in goldenen Lettern verewigt. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

«Dieser Bau ist in meinen Augen eines der schönsten Wahrzeichen von Grabs», schreibt Lina Mathis-Vetsch in einem Leserbrief, nachdem bekannt wurde, dass die Verwaltung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS) von Rebstein nach Grabs zügeln könnte (der W&O berichtete). Das alte Spitalgebäude wurde von 1905 bis 1907 nach den ­Plänen des damaligen Kantons­bau­meisters Adolf Ehrensberger erstellt.

Es handelt sich um einen klassizistisch/neubarocken Bau und ist ein typischer Vertreter der Spital- und Schulhausbauten aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Stifter Paravizin Hilty soll eine halbe Million Franken für den Bau gespendet haben und ist in goldenen Lettern über der Eingangstüre verewigt. Der Bau sei dann auf 375 000 Franken zu stehen gekommen und mit dem Rest jahrelang das Betriebsdefizit des «Schpitools» gedeckt worden, wie Andreas Eggenberger in seinem Leserbrief schreibt. Auch er verficht darin nachdrücklich den Erhalt des alten Spital­gebäudes.

«Das alte Spitalgebäude Grabs ist tatsächlich ein bemerkens­werter Bau. Noch bemerkenswerter war er allerdings vor ­mehreren durchgreifenden Erneuerungen und Umbauten vergangener Jahrzehnte, welche ihn seines gepflegten Interieurs und vieler schöner Details an der Aussenhülle beraubten», schreibt Michael Niedermann, Leiter der kantonalen Denkmalpflege auf Anfrage des Werdenberger & Obertoggenburger. In der geltenden Schutzverordnung von Grabs ist das Gebäude als «erhaltenswert» eingestuft. Diese Bauten sollen wegen ihrer architekto­nischen Qualität oder ihren ­charakteristischen Eigenschaften im äusseren Erscheinungsbild ­erhalten bleiben. «Ein Abbruch und ein Ersatz ist dabei nicht komplett auszuschliessen», so Niedermann. «Im Vorfeld der Ausbaupläne des Spitalareals Grabs hat die Denkmalpflege versucht, das Gebäude einem formellen Schutz zu unterstellen und wenn möglich in ein Neubau-Vorhaben zu integrieren», sagt Michael Niedermann. Das öffent­liche Interesse an einer durchgreifenden Neugestaltung ohne die bestehenden Bauten wurde dann allerdings höher gewichtet. «Dieser Abwägung haben wir uns unterstellt und können sie auch nachvollziehen», so der Denkmalpfleger. Derselben Meinung war auch die Bevölkerung. So betrug die Zustimmung zum Neubauprojekt des Spitals Grabs im Wahlkreis Werdenberg 94 Prozent und in der Gemeinde Grabs 96 Prozent. Dass das historische Gebäude dem Neubau weichen muss, war bekannt.

Nicht optimal als Büroräume nutzbar

Roland Rubin, Verwaltungsratspräsident der Spitalanlagengesellschaft der Spitalregion ergänzt, dass die bauliche Substanz des Gebäudes aus dem Jahre 1907 eine weitere Nutzung auch für Büros langfristig nur mit einem erheblichen Investitionsbedarf zulasse. Die statischen Bauteile im alten Gebäude würden zudem eine optimale Nutzung für administrative Tätigkeiten und Prozessverbesserungen verhindern. Am jetzigen Standort des alten Gebäudes entsteht in der letzten Bauphase die neue Lo­gistikzufahrt mit den Anlieferrampen und die Ausgänge der Lüftung Nord des Hauptgebäudes. «Bei einem Erhalt des alten Gebäudes müsste das aktuelle Bauprojekt gestoppt und umgeplant werden. Dies würde zu nicht tragbaren Mehrkosten führen», betont Roland Rubin.

Nichtsdestotrotz liegt der Altbau auch der Spitalverwaltung am Herzen. Deshalb versucht man nun vom alten Eingang so viel wie möglich zu retten, um den Zeitzeugen an einem geeigneten Ort auf dem Spitalgelände wieder aufzubauen. «Die technischen Abklärungen dazu laufen bereits», sagt Roland Rubin. Mit Andreas Eggenberger und dem Grabser Gemeindepräsidenten Niklaus Lippuner hat sich die Spital­verwaltung zu einer Aussprache getroffen. Dabei zeigten CEO Stefan Lichtensteiger und Roland Rubin auf, dass der Erhalt des ­alten Gebäudes aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. «Dies wurde von den Gästen zur Kenntnis genommen. Die Pläne zum Erhalt des Eingangsportal wurden von ihnen ebenfalls begrüsst», sagt Roland Rubin.

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